Eurovision Song Contest in Malmö (Schweden)

Rund um Lilla Torget und in Malmös Innenstadt herrschte während des ESC 2013 buntes Treiben

Seit dem legendären Sieg von ABBA bei Eurovision Song Contest (ESC) 1974 gehört Schweden regelmäßig zu den Gastgebern des größten Liederwettbewerbs der Welt. So auch 2016, als der ESC unter der beeindruckenden Kuppel des Stockholmer „Globen“ stattfand. Die Veranstaltung ist zwar ein riesiges Medienereignis, aber auch mehr als das. Dass sie tausende Gäste aus aller Welt in den Austragungsort lockt, macht sie zu einem regelrechten Tourismusfaktor. Vor und während eines ESC-Wochenendes ist selbst in größeren Metropolen mit ausgebuchten Hotels und „Messepreisen“ für Unterkünfte zu rechnen. Deshalb ist der ESC auch in Schweden immer wieder ein willkommenes Event, wenngleich er für die Rundfunkanstalten enorme Kosten mit sich bringt. 2016 soll der öffentlich-rechtliche Sender SVT allein 14 Mio. Euro für die Produktion aufgewandt haben.

ESC Austragungsorte in Schweden – Überblick

Nach dem ABBA mit ihrem Sieg erstmals die Gastgeberschaft von Schweden ermöglicht hatten, wurde der „Grand Prix de la Chanson“ 1975 in Stockholm ausgetragen. Danach wechselte sich die Hauptstadt mit Göteborg und Malmö ab:

  1. Eurovision Song Contest 1975: Stockholm, Messegelände
  2. Eurovision Song Contest 1985: Göteborg, „Scandinavium“
  3. Eurovision Song Contest 1992: Malmö, Eisstadion
  4. Eurovision Song Contest 2000: Stockholm, „Globen“
  5. Eurovision Song Contest 2013: Malmö, „Arena“
  6. Eurovision Song Contest 2016: Stockholm, „Ericsson Globe“
Eurovision Song Contest in Stockholm (Schweden)

Ein Muss für ESC-Fans: das ABBA-Museum in Stockholm

ESC in Schweden – Austragungsort: Stockholm

Nach 1975 und 2000 war Stockholm zuletzt im Jahr 2016 das Zentrum der Grand-Prix-Welt. Pop-Sänger Måns Zelmerlöw hatte den Sieg nach Schweden geholt. Am 61. Eurovision Song Contest nahmen 40 Länder teil – plus Australien, das ein weiteres Mal eine Sondergenehmigung der Europäischen Rundfunkunion erhielt. Schauplatz der Veranstaltung war die 1989 erbaute „Globen“ Arena südlich der Stockholmer Innenstadt. Die kuppelförmige Halle hatte sich bereits beim 2000er ESC bewährt und gilt als Premiumspielstätte für Musikstars ebenso wie für Sportwettkämpfe im Eishockey, Handball u.a. Außerdem fand der schwedische Vorentscheid zum ESC, „Melodifestivalen“, mehrere Male hier statt. Die Arena ist über die Tunnelbahnstation Globen mit dem Stockholmer Nahverkehr angebunden. Sie liegt in unmittelbarer Nähe zum Stadion „Tele 2 Arena“, in dem große Sport- und Kulturevents ebenfalls einen angemessenen Rahmen finden. Zur Arena von Globen gehört zudem „Annexet“, eine Konzertveranstaltungshalle.

Stockholm an einem ESC-Wochenende zu erleben, ist nicht nur für eingefleischte Fans ein besonderes Highlight. Die Stadt, das ganze Land, scheinen an solchen Tagen für das Musikspektakel zu leben! Am besten quartiert man sich unweit von Globen im Stockholmer Viertel Södermalm ein. Hier ist ohnehin immer viel los – die Café- und Barszene pulsiert das ganze Jahr und ab Frühjahr auch rooftop: Mehrere Lokale liegen ganz oben, auf und über den Dächern der Stadt. Abseits des ESC-Trubels solltest Du die Zeit nutzen, Dir die schöne Altstadtinsel Gamla Stan anzusehen. Von dort aus gelangst Du mit einer der Personenfähren hinüber nach Djurgården, wo das ABBA Museum die Erinnerungen an den ersten schwedischen Grand-Prix-Erfolg konserviert.

ESC in Schweden – Austragungsort: Malmö

Nachdem die Pop-Sängerin Loreen den Sieg in Baku errungen hatte, wurde der 58. Eurovision Song Contest 2013 in Malmö ausgetragen. 39 Länder gingen an den Start. Das Budget lag bei 14,5 Mio. Euro. Die Veranstaltungshalle „Malmö Arena“ musste insgesamt sechs Wochen lang zur Verfügung stehen. Im Haus der unbegrenzten Möglichkeiten, wie sich die Malmö Arena selbst betitelt, spielen normalerweise Eishockeyteams. Die Zuschauerkapazität liegt bei 15.500. Damit fand der Song Contest in kleinerem Rahmen statt als zuletzt. Die Halle ist verkehrstechnisch angebunden über die E20 aus Richtung Kopenhagen und die E22 aus Richtung Trelleborg und Göteborg. Die Bahn hält auf der Malmö Hyllie Station, nur einen Steinwurf von den Eingängen entfernt.

Malmö ist ein lohnendes Ziel für ein verlängertes Wochenende. Umso besser, wenn man den Städtetrip mit einer Veranstaltung wie dem Eurovision Song Contest verbinden kann. Ab Anfang Mai dürften die Hotels und Pensionen in der Stadt natürlich ausgebucht sein, was allerdings kein Hinderungsgrund sein muss: Sowohl Kopenhagen, als auch Lund und Helsingborg bieten sich als Ausweichorte für Übernachtungen an. Mein Tipp: Ein Städtewochenende am Öresund mit Stadtbummel in Kopenhagen und Grand-Prix-Trubel in Malmö. Wer es ruhiger mag, sollte in die schonische Provinz ausweichen und in Ystad übernachten. Die gemütliche Stadt an der Ostsee besitzt eine sehenswerte Altstadt mit vielen bunten Häuschen und romantischen Plätzen; dazu das Filmmuseum mit den Originalkulissen der ersten „Kommissaar Wallander“-Filme.

Ich bin gespannt, wann der nächste Eurovision Song Contest in Schweden stattfinden wird. Neben Stockholm und Malmö dürfte vor allem Göteborg Chancen haben, wieder als Gastgeberstadt einzuspringen. Hier wäre das „Scandinavium“ nach wie vor ein geeigneter Austragungsort, auch wenn sein Fassungsvermögen von 12.000 Zuschauern fast nicht mehr den heutigen Ansprüchen genügt.

Wenn Du Fragen oder Anregungen zu diesem Spezialbeitrag hast, freue ich mich auf Dein Posting! Gerne kannst Du auch von Deinen Erfahrungen mit Grand-Prix-Wochenenden berichten. Allen Musikinteressierten empfehle ich am dieser Stelle meinen Überblick zur aktuellen schwedischen Bandszene mit Spotify-Playlist.

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Bisher 4 Antworten.

  1. André Witner sagt:

    Hallo „Schwedenurlauber“,

    werde mit drei Freunden vom 17. bis zum 19.Mai auf Grund des Eurovision Song Contest in Kopenhagen sein.
    Was gibt es für uns für Möglichkeiten bezüglich Bus & Bahntickets? Gibt es eventuell die Möglichkeiten von Tageskarten für Kopenhagen UND Malmö? Oder werden wir uns Tageskarten der jeweiligen Städte besorgen müssen?
    Wie sind da allgemein die Preise für Bus & Bahn? Geplant ist, dass wir Freitagmorgens in Kopenhagen ankommen, kurz unsere Sachen im Hostel abladen, Kurztrip durch Kopenhagen, abends dann zum Juryfinale nach Malmö, irgendwann nachts zurück nach Kopenhagen; samstag in malmö verbringen und abends ESC, nachts zurück nach Kopenhagen und Sonntags geht der Flieger zurück nach Deutschland

    Welche Ticketkombi für Bus und Bahn ist empfehlenswert?

    Vielen vielen vielen dank schonmal :))

    Liebe Grüße
    Andre

    • Schwedenurlauber sagt:

      Hallo André,
      das ist auf jeden Fall ein guter Plan! Also nach kurzer Recherche stieß ich auf eine spezielle Infoseite von Skånetrafiken: http://www.skanetrafiken.se/templates/InformationPage.aspx?id=33971&epslanguage=SV Es gibt demnach ein spezielles Nahverkehrsticket für Fahrten zur Arena von jeder Haltestelle auf schonischem Boden (Region). Und es gibt ein zweites Ticket für 5 Tage, das das Pendeln von Kopenhagen nach Malmö ermöglicht – dazu benutzt man den Øresundståg. Lies Dir die Seite am besten mal durch. Eine Alternative könnte das Duo Family-Ticket sein, welches Fahrten über den Öresund beinhaltet: http://www.skanetrafiken.se/templates/InformationPage.aspx?id=13850&epslanguage=EN

      Viel Spaß beim ESC & blaugelbe Grüße – S.

      • André Witner sagt:

        Vielen Dank für die schnelle Antwort 🙂

        Also wenn ich es richtig verstehe kommt von der ersten Internetseite das erste Ticket nicht in Frage aufgrund dass wir aus Kopenhagen anreisen, richtig?

        Das zweite Ticket klingt dagegen eigentlich sehr gut….Weiß nur nicht ob umgerechnet 80 Euro pro Person nicht teurer ist als das was wir mit diesem Duo Ticket der zweiten Seite plus die paar fahrten innerhalb der Städte benötigen würden……..

        • Schwedenurlauber sagt:

          Wenn ich es richtig sehe, kann man das Eurovision Return als Duo Family-Ticket kaufen. Dann könnte es auch für Kopenhagen gelten. Ich würde das an Eurer Stelle mal mit der Hotline +46 771-77 77 77 abklären.
          Blaugelbe Grüße – S.

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