Öland: Leuchtturm Långe Jan

Am nördlichen Ende der Insel Öland ragt „Långe Jan“ in den Himmel © Sabine Schönfeld – Fotolia.com

Länglich, wie eine riesige Sandbank, erstreckt sich Öland vor der Südostküste Schwedens. Die Insel ist ein Drittel größer als Rügen und ebenso wie das deutsche Ferieneiland über eine Straßenbrücke erreichbar. Die so genannte Ölandsbron (Ölandbrücke) ist ein gewaltiges Wahrzeichen. Sie erhebt sich weithin sichtbar über dem Kalmarsund und überquert die Meerenge auf ca. 6 Kilometern. Seit ihrer Eröffnung 1972 hat der Fremdenverkehr auf Öland stark zugenommen. Neben zahlreichen Natur- und Kulturschätzen beherbergt die Insel mittlerweile auch echte Touristenattraktionen wie den Tier- und Vergnügungspark in Färjestaden oder die Museumseisenbahn „Böda Skogsjärnväg“.

Anreise nach Öland

Bevor Du überhaupt nach Öland gelangst, wirst Du auf der Europastraße E 22 oder der Fernstraße 25 durch die Stadt Kalmar fahren. Mit ihrem stattlichen Schloss, dem Dom und der beschaulichen Innen- und Altstadt ist sie alle Mal einen Zwischenstopp wert. Sie eignet sich auch für einen Tagesausflug. wenn es Dir auf der Insel zu ruhig geworden oder das Wetter nicht warm genug für den Strandbesuch ist. Bei Regen kannst Du es Dir in den alten Kinosesseln des „Saga“ bequem machen und vielleicht einen neuen „Kommissar Beck“-Film in Originalsprache ansehen?

Öland Gettlinge

Spektakuläre Steinsetzung bei Gettlinge © marcus_hofmann – Fotolia.com

Ausflugsziele auf der Insel Öland

Die Städte auf Öland sind viel kleiner als Kalmar. Trubel herrscht den Sommer über vor allem in Borgholm, wo die königliche Famile im Schloss Solliden die warme Jahreszeit verbringt. Im Juli feiert Thronfolgerin Victoria hier ihren Geburtstag. In der Nebensaison empfiehlt sich ein Spaziergang durch den Schlosspark. Besondere landschaftliche Eindrücke und Fotomotive bieten zum einen die beiden Leuchttürme an der Süd- und Nordspitze sowie das Inland mit dem Stora Alvaret, einer einzigartigen Karstlandschaft: Kilometerweit breitet sich ein Plateau mit Grasbewuchs und niedrigem Buschwerk aus, das Lebensraum für viele seltene Pflanzen bietet, die sonst nicht in Nordeuropa gedeihen. Der Kalkboden spiegelt das Sonnenlicht und sorgt dafür, dass die Landschaft je nach Sonnenstand und Jahreszeit immer wieder verschiedene Färbungen annimmt.

Im Jahr 2000 wurde Stora Alvaret als Welterbe anerkannt. Am südlichen Ende der Karstlandschaft liegt das Freilichtmuseum mit der Burg Eketorp – die rekonstruierte Ringburg wurde erstmals im 4. Jahrhundert errichtet. Heute kannst Du hier einen Einblick in die Lebensweise der eisenzeitlichen Inselbewohner erhalten. Spuren aus (noch) früheren Zeiten sind inselweit in Form von Grabhügeln oder Steinaufstellungen zu entdecken – die größte davon befindet sich bei Gettlinge. Eher aufregend als mysteriös geht es weiter nördlich bei Byrum zu: Hier zeigt sich Ölands Küste von einer ganz anderen Seite. Schroffe Felsen türmen sich zur See hin auf. Man erkennt noch gut die einzelnen Sedimente, in denen auch Fossilien eingelagert sind. Über einhundert Kalksteinsäulen umfasst das Naturreservat, manche bis zu vier Meter hoch. Von oben wie vom Strand aus bieten sich wunderbare Ausblicke.

Öland Raukar

Ölands raueste Seite: Byrums Raukar © marcus_hofmann – Fotolia.com

Übernachten auf Öland: Campingplätze & Ferienhausziele

Durch die Länge Ölands ist bei der Wahl einer Unterkunft unbedingt zu berücksichtigen, schließlich sollten die Ausflüge zu den Attraktionen nicht zu stundenlangen Fahrten führen. Gerade bei schönem Wetter ist es doch schade um die Zeit. Deshalb würde ich bei der Urlaubsplanung grundsätzlich zu einer Entscheidung zwischen Nord- und Südinsel raten. Wer sich etwa ein Quartier bei Borgholm sucht, kann den Südteil der Insel natürlich an ein oder zwei Tagen besuchen. Aber dann sollte die Konzentration doch auf dem Norden liegen – und umgekehrt. Insgesamt halte ich Öland vor allem für Familien mit kleineren Kindern und Badeurlauber geeignet. Sehr gut eignet sich die Insel auch zum Rad fahren. Dies ist vielleicht die beste Variante, die Landschaften und Orte zu erkunden.

Für einen Campingurlaub würde ich folgende Plätze empfehlen:

  1. im Norden: Böda Hamns Camping mit Stugas, Restaurant, Kanuverleih, Whirpool, großem Spielplatz (Barnens Öland) und schönem Badestrand.
  2. im Süden: Stenåsabadets Camping mit Stugas, Sauna, Boot- und Radverleih, Café und schönem Badestrand

Schön gelegene Orte für Ferienhäuser sind:

  1. im Norden: Raum Hornsviken/ Löttorp, wobei hier beiderseits schöne Strände liegen
  2. in der Mitte: Raum Borgholm, wobei ich hier ein Ferienhaus auf der Ostseite bevorzugen würde, wo es viele abgelegene Strände gibt
  3. im Süden: Raum Mörbylånga, wobei sich hier auch ein Ferienhaus im Inland (bei Resmo) anbietet und Du den langen Strand nördlich des Ortes ansteuern könntest
Öland Burg Eketorp

Lebendiges Freilichtmuseum zur Vorzeit Ölands: Burg Eketorp © Kevin (KEE PIL) Cho – Fotolia.com

Meine Erfahrungen mit der Insel Öland

Ich habe bisher nur drei Nächte auf Öland verbracht, und zwar in der Gegend von Remso im Süden. Es war schön, ein Quartier abseits der langen Inselhauptstraße zu haben und das Stora Alvaret aus der Nähe zu sehen. Die Strände auf beiden Seiten der Insel sind mit dem Auto oder Fahrrad gut zu erreichen. Außerdem liegen die Burg Eketorp im Süden wie Borgholm in der Mitte der Insel akzeptable Fahrtzeiten (mit dem Auto) entfernt. Die Insel blieb mir mit ihrer markanten Landschaft im Gedächtnis – vor allem, weil sie so anders ist als das angrenzende Festland: waldarm, flach und maritim.

Wenn Du Anregungen zum Thema Öland hast, freue ich mich auf Deinen Kommentar. Ebenso über Kritik, Verbesserungen oder eigene Meinungen.
Öland Camping Urlaub

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  1. Georg sagt:

    Ich danke Ihnen für den tollen Beitrag. Schweden bietet wirklich viel. Idyllische Landschaften, einmalige Kultur und tolle kleine Ferienhäuser.

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