Südschweden: Reiseführer EmpfehlungenAuf der Suche nach Tipps und Informationen zum nächsten Reiseziel greifen Viele nicht mehr selbstverständlich zu einem Reiseführer im Buch-Format. Heutzutage beginnt die Recherche meistens im Internet, wo sich neben den offiziellen Webseiten der Tourismusverbände auch zahlreiche Portale, Foren und Blogs finden. Bei einem Land wie Schweden ist das nicht anders. Dass neue Medien niemals ihre Vorgänger verdrängen, sondern nur ergänzen, möchte ich im Folgenden anhand von aktuellen Reiseführern zu Südschweden unter Beweis stellen. Der Beitrag wird selbstverständlich erweitert, wenn ich wieder im Buchhandel fündig geworden bin. Beginnen möchte ich mit meiner dringendsten Empfehlung an alle, die sich demnächst auf den Weg nach Südschweden machen möchten:

    1. Empfehlung: „Südschweden inkl. Stockholm“ von Sabine Gorsemann, Christian Kaiser und Britta Jansen, erschienen im Michael Müller Verlag, 5. komplett überarbeitete und aktualisierte Auflage 2014.

Schweden oder Südschweden? Diese Frage hast Du Dir sicher auch schon gestellt, als Du im Buchhandel oder Onlineshop die Vielzahl an Reiseführern zu Deinem Urlaubsziel entdeckt hast. Auf 480 Seiten liefert das Autoren-Trio um Sabine Gorsemann eine eindeutige Antwort: Wer nach Südschweden unterwegs ist, sollte auf die Spezialisten hören! Richtig gute Reiseführer über Schweden widmen dem Norden so viele Seiten, dass der Süden dabei zu kurz kommen muss. Selbst mich überrascht, wie viele interessante Ziele zwischen Trelleborg und Stockholm auf Entdecker warten und eine Erwähnung wert sind. Dabei beweisen Gorsemann u.a. sogar Mut zur Lücke. Beispiel: Der Insel Öland, welche in Schweden sicher zu den Top-Reisezielen gehört, werden nur achteinhalb Seiten (S. 260-268) eingeräumt. Dem Interessierten entgeht dadurch aber nichts Wesentliches.

Reiseführer für den typischen Schwedenurlauber

Reiseführer SüdschwedenInsgesamt unterteilen Gorsemann u.a. ihren Reiseführer in sechs Regionen. Hinzu kommt ein einführendes Kapitel mit allgemeinen Reisehinweisen. Im Inhaltsverzeichnis werden alle Info-Kästen einzeln aufgeführt, was die Suche nach einem Hintergrundthema erleichtert. Ebenso sind alle in den regionalen Kapiteln enthaltenen Karten mit Seitenzahl aufgelistet. Eine herausnehmbare Karte liegt dem Band nicht bei, allerdings gibt es für Eilige in den Umschlagklappen vorn und hinten je eine Übersichtskarte und einen Innenstadtplan von Stockholm.

Die regionalen Kapitel sind einheitlich aufgebaut: Sie bestehen aus Unterkapiteln zu den wichtigsten Orten und Sehenswürdigkeiten sowie Abschnitten, in denen landschaftliche Ausflugsziele vorgestellt werden. Unter dem Titel „Abstecher nach …“ werden dem Leser hier Routenvorschläge gegeben, die er entweder mit dem eigenen Fahrzeug oder zu Fuß nachverfolgen kann. Somit spricht der Reiseführer den typischen Schwedenurlauber an, der sich als Selbstfahrer auf eine individuelle Rundreise begibt und an seinen ausgewählten Zielen nicht nur Sightseeing betreibt, sondern auch den Kontakt zur Natur sucht. Reine Aktivurlauber, die sich länger in einer Region Südschwedens aufhalten und dort zu Trekking, Rad- oder Kanutouren aufbrechen möchten, finden in „Südschweden inkl. Stockholm“ grundlegende Tipps als Starthilfe, sollten im Zweifelsfall aber lieber weitere Infos vor Ort erfragen oder zu einem Reiseführer für die Region greifen.

Besonders ausführliches Kapitel für Stockholmreisen

Sehr ausführlich ist das Kapitel für Stockholm (S. 366-459) gehalten, in dem die wichtigsten Stadtteile in eigenen Unterkapiteln abgehandelt werden, darunter auch die kleineren Inseln Skeppsholmen und Riddarholmen. Wo andere Reiseführer übermäßig mit Fakten klotzen, sind bei Britta Jansen lebensnahe Einblicke und Anekdoten aus der Stadtgeschichte kurzweilig verknüpft. Zusammen mit den Ausflugsvorschlägen und den Infokästen mit Hintergrundwissen ergibt sich ein erschöpfender Ratgeber, der die Anschaffung eines separaten Reiseführers zu Schwedens Hauptstadt überflüssig macht. Besonders hilfreich sind die zahlreichen Übernachtungstipps und die kurzen Beschreibungen einzelner Museen und anderer Sehenswürdigkeiten. So hast Du vorher einen guten Überblick, welche Ziele mit Deinen Interessen überein gehen und welche nicht.

    2. Empfehlung: „Schweden – Der Süden“ von Petra Juling unter Mitarbeit von Jutta Westmeyer, erschienen im DuMont Reiseverlag, 4. vollständig überarbeitete Auflage 2015.

Meine zweite Empfehlung ist der Reiseführer Südschweden von Petra Juling, die sich bereits mit dem DuMont Reise-Handbuch Schweden und den Reiseführer DuMont direkt für Stockholm als Kennerin vieler Reiseziele und Insidertipps hervorgetan hat. Ihr 296-seitiger Band für Südschweden richtet sich an Individualisten, die motorisiert auf Entdeckungstour gehen. Juling beschreibt die Region sogar als ideales Reiseziel für alle, die mit einem Wohnmobil reisen möchten (S. 70). Wer allerdings Extra-Tipps zu wohnmobilgeeigneten Routen, Campingplätzen oder Entsorgungsstationen erwartet, wird enttäuscht. Dem gegenüber stehen zwei Pluspunkte: Zum einen die herausnehmbare Straßenkarte im Maßstab 1:400.000, zum anderen können auch Kurzreisende und Städtetrippler von Julings Reiseführer profitieren, da die Kapitel zu Malmö, Göteborg und Stockholm sehr informativ gestaltet sind.

Südschweden ReiseführerSüdschweden individuell und zielgerichtet entdecken

Für werdende Schwedenurlauber bietet Juling einen einführenden Frage-Antwort-Teil, der für die Reise- und Routenplanung sehr nützlich ist und bereits persönliche Tipps der Autorin enthält, die in den späteren Kapiteln ausführlich abgehandelt werden. Zum Beispiel findet man hier den Hinweis auf die wunderschönen Gärten und Parks in Südschweden (S. 11), darunter Norrvikens trädgårdar bei Båstad. Zum Einführungsteil gehören außerdem ein Überblick über die Lieblingsorte Julings sowie ein Panorama mit Hintergrundinfos zur Geschichte und Kultur Schwedens. Der eigentliche Reiseführer gliedert sich dann in die Kapitel Westküste, Göteborg und Bohuslän, Ost-Schonen und Blekinge, Småland und Öland, Gotland, Vänersee und Dalsland, Vättersee und Mälaren, Stockholm und Umgebung. Was im Reiseführer von Gorsemann u.a. als „Abstecher“ vorgestellt wird, heißt bei Juling „Entdeckungstour“. Darunter versammelt die Autorin besondere Ausflugstipps, zu denen immer auch eine Minikarte beigefügt ist. Zwar handelt es sich bei Zielen wie Schloss Gripsholm (S. 242) oder dem Göta-Kanal (S. 228) nicht gerade um Geheimtipps. Doch auch solche hat Juling durchaus parat: Wer kennt schon die Insel Utö im Schärengarten vor Stockholm (S. 274)?

Insgesamt gefällt der Reiseführer „Schweden – Der Süden“ mit seiner ausgewogenen Aufteilung: Er berücksichtigt die einzelnen Regionen sehr lückenlos und hebt bei aller Fülle an Reisezielen dennoch die Highlights gut erkennbar hervor. Zusammen mit den Lieblingsplätzen, den persönlichen Tipps in blauen Infokästen und der Übersichtsseite zu jeder Region fühlt man sich als Leser an der Hand genommen und weiß: Hier möchte jemand wirklich bei der Reiseplanung helfen und nicht blind mit Informationen wuchern. Da kann man über kleine inhaltliche Ungenauigkeiten wohlwollend hinweg sehen. Beispiel: Die Fährüberfahrt nach Gotland dauert natürlich keinen halben Tag (S. 8), sondern rund 5 Stunden. Unterm Strich ist Julings Reiseführer absolut zu empfehlen. Es wäre überflüssig, einen zweiten mitzunehmen. Allenfalls für Stockholm und Gotland ist bei längerem Aufenthalt ein ergänzender Reiseführer sinnvoll.

    3. Empfehlung: „Südschweden – Zeit für das Beste“ von Claudia Rothkamp unter Mitarbeit von Thomas Krämer und Petra Woebke, erschienen im Bruckmann Verlag, 3. aktualisierte Auflage 2015.

Zum Autorenteam meiner dritten Empfehlung gehört Thomas Krämer, Chefredakteur von „Nordis“ – ein Magazin, das Dir vielleicht aus dem Zeitschriftenregal Deiner Buchhandlung bekannt ist? Für Schweden-Blogger zählt es auf jeden Fall zur regelmäßigen Pflichtlektüre. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen, als ich den 288-seitigen Reiseführer zur Hand nahm. Und gemessen an seinem Untertitel „Highlights – Geheimtipps – Wohlfühladressen“ hat er diese auch voll und ganz erfüllt. Wer Südschweden kennen lernen will, bekommt einen Leitfaden an die Hand, der sehr effizient gehalten ist: Er beginnt gleich mit einer Top 10, auf die sich andere nicht festlegen mögen, und handelt dann insgesamt fünfzig durchnummerierte Highlights zwischen Ystad und Stockholm ab. Dazwischen geschaltet ist eine 22-seitige Einführung à la Schweden für Einsteiger. Wer sich noch unsicher war, ob Südschweden das richtige Reiseziel ist, bekommt hier überzeugende Argumente an die Hand. Ein stichtpunkthafter Infoteil mit kulinarischem Lexikon bildet den Abschluss des Bandes.

Reiseführer für SüdschwedenEine Top 50 für Südschweden – bildreich & effizient

Die von Rothkamp, Krämer und Woebke zusammengetragenen Topziele in Südschweden werden regional geordnet vorgestellt. Klassischerweise bildet Schonen den Auftakt. Danach folgen Småland sowie die Inseln Öland und Gotland. Überraschend für mich, wird mit dem Stockholm-Kapitel die geografische Reihenfolge von Süd nach Nord aufgebrochen. Vielleicht, weil die Autoren einen Höhepunkt gesucht haben? Erst danach erfährt der Leser mehr über das Kernland Südschwedens und die Westküste mit Göteborg.

Jedes einzelne Ziel wird mit einem jeweils drei bis vier Seiten langen Beitrag präsentiert. Die Texte fließen stets mittig dahin und werden zu beiden Seiten von einer Leiste mit passenden Bildern oder Infokästen eingerahmt. Außerdem gibt es im linken oberen Eck jeweils einen Kartenausschnitt, auf dem das Top-Ziel verortet wird. Die Infokästen bestehen aus „Autorentipps“ zu lohnenswerten Unterkünften, Lokalen oder Unternehmungen. Bei allen größeren Städten oder Zielen aus der vorangestellten Top 10 schließen die Beiträge mit einer gelb unterlegten Doppelseite ab, auf der Adressen weiterer Lokale, Unterkünfte, Einkaufsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten aufgelistet sind. Hin und wieder ist hier auch ein Stadtplan zu finden. Ein herausnehmbarer Faltplan liegt diesem Reiseführer leider nicht bei.

Ein weiterer Kritikpunkt ist aus meiner Sicht die enorme Bildlastigkeit, denn ich hätte bei vielen Zielen gerne mehr „Geheimtipps“ und „Wohlfühladressen“ erfahren. Dafür lässt das stringente Layout aber leider keinen Platz. Positiv hervorheben möchte ich die rot umrahmten Abschnitte mit dem Titel „Mal ehrlich“, in denen die Autoren vor Touristenfallen und Touristenmagneten warnen. Hier liegt durchaus ungenutztes Potential: Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Top 10 der unwichtigsten Ziele?

Wenn der geeignete Reiseführer für Dich noch nicht dabei war, bitte ich um Geduld. Bei nächster Gelegenheit erweitere ich diesen Beitrag mit neuen Empfehlungen. Ebenso biete ich Dir eine Top 4 von Reiseführern zu Gesamt-Schweden, die auch die Reiseziele nördlich von Stockholm abdecken. Einen Link auf diese Seite werde ich hier natürlich posten, wenn es so weit ist.
Reiseführer Südschweden

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