Schären in Blekinge

Idylle im Schärengarten von Blekinge – nahe Karlskrona

Die Welt der Schären vor der Küste von Schweden hat einzigartige Seiten. Und das ist keine Übertreibung: Die Mischung aus schroffen Felsen, zaghafter Vegetation und roten Häuschen findet man nirgends ein zweites Mal. Sie ist für viele Schwedenurlauber der entscheidende Grund, immer wieder zu kommen. Und aus demselben Grund sollten auch Neulinge unbedingt die Gelegenheit nutzen, einen der Schärengärten Schwedens zu entdecken. Große Umwege musst Du dafür nicht in Kauf nehmen. Egal, ob Du Richtung Stockholm oder Göteborg unterwegs bist, oder einen Urlaub ganz im Süden planst, Du hast in jedem Fall Schären in Reichweite. Im Folgenden stelle ich die drei südlichen Schärengarten Schwedens und ihre bekanntesten Inseln vor.

Schären vor Blekinge mit Insel Aspö

Am südwestlichen Ende Schwedens liegt der Schärengarten von Blekinge. Er breitet sich zwischen Karlshamn im Westen bis zur Landzunge bei Torhamn im Osten aus. Das sind gut 80 km Luftlinie. Die Fähren Karlshamn-Klaipeda und Karlskrona-Gdynia kreuzen nahe an dieser Felsen- und Inselwelt vorbei. Historische Berühmtheit erlangte sie, als 1981 das sowjetische U-Boot S-363 auf Grund lief – praktisch vor den Toren des schwedischen Flottenstützpunktes in Karlskrona. Ein Vorfall, der weltweit Aufsehen erregte. Noch heute gehören die Befestigungsanlagen der schwedischen Marine zu den Attraktionen des Schärengartens, darunter Kungsholms Fort und Kastell Drottningskär auf Aspö. In Karlskrona stehen die historischen Gebäude des Flottenstützpunktes auf der UNESCO-Welterbeliste. Ansonsten ist die Stadt das malerisch gelegene Zentrum der Region, von dem aus ganzjährig Ausflugsschiffe und Passagierfähren zu den verschiedenen Schäreninseln ablegen. Aspö zählt zu den größten unter ihnen und kann mit einer Pkw-Fähre erreicht werden. Neben dem Kastell zieht es die Besucher vor allem zum alten Lotsenturm. Im Sommer hat die Insel viele Badeklippen und kleine Sandstrände zu bieten. Über die Touristeninfo vor Ort können verschiedene Aktivitäten wie Rad- und Reittouren organisiert werden. Der Blog alltomsverige.se empfiehlt zudem eine Einkehr im Café Lustan mit seiner perfekten Kleingartenatmosphäre.

Schären bei Göteborg & Inselwelt vor Bohuslän

Die Schären an der Westküste von Schweden erstrecken sich vom Großraum Göteborg den Skagerrak hinauf bis zum norwegischen Hoheitsbereich. Auf Grund dieser Ausdehnung kann man eigentlich nicht mehr von einem Schärengarten sprechen. Gartenschau wäre der angemessenere Begriff! Eine Reihe von erhabenen Badeorten und herausgeputzten Fischerdörfern fädelt sich an der 200 km langen Küstenlinie auf. Gleich nördlich von Göteborg gibt es mit Marstrand ein kleines St. Tropez des Nordens. Hier öffnen im Sommer Künstlerateliers und Gallerien ihre Türen, Touristen pilgern zur Carlstens Festung hinauf und rund um den Ort tummeln sich Segelboote und Yachten. An Juli-Wochenenden sollte man Marstrand lieber meiden. Etwas ruhiger geht es auf den Inseln Öckerö und Hönö zu, wo man einen ganzen Urlaub damit verbringen kann, zwischen den Gästehäfen hin und her zu segeln, Naturreservate zu besuchen, sich an Badeplätzen in die Sonne zu legen und zu einsamen Leuchttürmen zu wanden. Weiter nördlich von Göteborg, in der Provinz Bohuslän, bilden drei Schäreninseln ein beliebtes Urlaubsgebiet mit großem Ferienhaus-Angebot:

Fjällbacka Schweden

Nördlich von Göteborg gibt es nicht nur malerische Schäreninseln, sondern auch Bilderbuch-Küstenorte wie Fjällbacka

  1. Tjörn: Auf der Insel gibt es viele kulturhistorische Stätten, z.T. aus der Bronzezeit, die heute erkundet werden können, außerdem mehrere kleine Museen, von denen das Nordische Aquarellmuseum und das Seefahrtsmuseum in Skärhamn den größten Unterhaltungswert versprechen. Zu den schönsten Ecken gehören Stora Dyrön mit dem Panoramaweg, der Berg Tjörnehuvud mit dem Blick auf die Bucht um Rönnäng, die Felsformation Vetteberget und der See Bö tjärn mit dem Häle Moor – ein Gebiet, ideal für Rad- & Kanutouren sowie zum Angeln und Baden.
  2. Orust: Ähnlich wie auf Tjörn im Sommer viele kleine Museen offen, darunter das Steinzeitmuseum in Huseby. Vorzeitliche Überreste wie Steinaufstellungen gibt es bei Brattås und Haga zu sehen. Blumig-bunt geht es in Ellös zu, wo die Gärtnerei Orust Blommor eine Pelargonien-Ausstellung mit über 500 Sorten betreibt. Wenn Du Dich für Fotografie interessierst, lohnt sich ein Besuch in Tony Meyers „Studio Gallery“ in Nösund. Der Fotograf stellt eigene Arbeiten aus und gibt Kurse.
  3. Skaftö: Neben dem malerischen Ort Fiskebäckskil hat die Insel viele Badestellen in den Klippen zu bieten. In Grundsund kannst Du ein Motorboot oder Kajak ausleihen und die Schäreninseln vom Wasser aus bewundern. Der Dienstleister „Fiskejulle“ bietet außerdem Schärengartentouren, Robbensafaris und Angelausflüge an. Nicht verpassen: Der karge Islandsberg im Süden serviert eindrucksvolle Fotomotive auf dem Silbertablett.

Im Herzen der Inselwelt Bohusläns liegt das Städtchen Lysekil mit dem Meerwasseraquarium Havets hus. Von hier aus starten viele Ausflugsfahrten in die Schären, bei denen Du u.a. die maritime Tierwelt kennen lernen kannst. Beachte aber, dass die Guides in der Regel nur Schwedisch und Englisch sprechen. Von Lysekil aus ist es nicht weit bis zur Halbinsel Sotenäs, an deren Küste sich mehrere hübsche Dörfer mit weißen Kapitänsvillen, großen Marinas und ganzen Komplexen von Bootshäusern versammeln: In Smögen gibt es im ehemaligen Fischereihafen eine schöne Promenade mit vielen Spezialitäten-Restaurants, Boutiquen und Souvenirläden.

Nördlich von Sotenäs warten weitere Bilderbuch-Orte wie Hamburgsund, Fjällbacka, Grebbestad und Strömstad, in denen mittlerweile viele Norweger ihre Wochenend- und Sommerdomizile gefunden haben. In Fjällbacka äußert sich das große touristische Interesse auch in teuren Boutiquen und gut besuchten Restaurants. Die Panoramaansicht des Dorfkerns vom Hafen aus ist eines der klassischen Fotomotive Bohusläns. Quasi ein Must-have! Hier solltest Du auf Deiner Reise durch die Schären unbedingt Halt machen. Wenn Du dann noch Zeit für Strömstad hast, ist ein Bummel durch die Stadt keine falsche Entscheidung – die wahre Attraktion liegt jedoch vor der Küste: Kosterhavets Nationalpark. Er erstreckt sich über mehrere Schäreninseln und schließt die Unterwasserwelt drumherum ein. Für Wanderer und Naturliebhaber ist das Schutzgebiet per Boot erreichbar. Touren werden z.B. von Selincharter und Koster Marin ab Strömstad angeboten.

Schäreninsel Vaxholm mit Kastell

Wahrzeichen der Schäreninseln vor Stockholm: Kastell Vaxholm © ale_rezzo – Fotolia.com

Schären vor Stockholm mit Insel Varmdö

Schwedens Hauptstadt liegt auf vielen Inseln. Du brauchst gar nicht weit aus dem Zentrum herauszufahren und gelangst mitten hinein in den bekannten Schärengarten, in dem viele prominente Schweden ihr Sommerdomizil haben und von dem auch in vielen Büchern und Filmen die Rede ist – wer kennt nicht die Serie: „Ferien auf Saltkrokan“ von Astrid Lindgren?

Wer sich nur einen flüchtigen Eindruck von der Inselwelt verschaffen möchte, kann eine der Schärengartentouren mit den Ausflugsbooten vom Nybrokaj oder Strömkaj in Stockholms Innenstadt unternehmen. Diese bieten nur einen Vorgeschmack auf die wahre Größe der Schären. Man schätzt die Gesamtzahl an Eilanden auf über 30.000. Zu den größten unter ihnen gehören Varmdö, Ljusterö, Ingarö und Ornö. Aber Größe ist nicht immer entscheidend. Wenn ich eine Top 5 aufstellen müsste, würde ich sie wie folgt staffeln:

  1. Vaxholm: Blickfang Nummer eins ist das imposante Kastell mit Museum. Im Schloss Bogesund kannst Du Dich auf eine Zeitreise ins 17. bis 19. Jahrhundert begeben.
  2. Dalarö: Lädt mit seinem historischen Kern zum Bummeln ein. Viele Restaurants, Cafés und ein Gästehafen beleben diesen „Außenposten“ Stockholms vor der malerischen Kulisse der Schären.
  3. Muskö: Hier steht der Herrenhof Arbottna, welcher noch heute der schwedischen Krone gehört. Besichtigt werden kann das Freilichtmuseum Grytholmen. Einen schönen Aussichtspunkt bildet das Monument von Älvsnabben, das an die Abreise Gustav II. Adolfs nach Deutschland erinnert – wo er seinen Siegeszug im Dreißigjährigen Krieg begann.
  4. Möja (bei Varmdö): Die Dörfer der Insel sind noch sehr charakteristisch geblieben. Besonders stimmungsvoll ist die Kirche von Möja aus dem 18. Jahrhundert. Außerdem gibt es eine private Museumseisenbahn mit Dampflok und einen alten Tanzboden, der im Sommer bespielt wird.
  5. Ornö: Eine grüne Insel, auf der man auch viele Orchideen entdecken kann. Es gibt einen See, den Stunnträsk, der Anglern offen steht. Sein Wasser ist sehr rein und es wurde nachgewiesen, dass hier noch Organismen aus der Eiszeit leben. Im Freilichtmuseum von Ornö können alte lokale Wohn- und Lebensgewohnheiten bestaunt werden.

Der Stockholmer Schärengarten reicht im Süden bis Nynäshamn, von wo aus die Fähre nach Gotland ablegt, und im Norden bis Norrtälje, das zur genau genommen schon zur Landschaft Roslagen gehört. Diese bildet einen Teil der Provinz Uppland und liegt schon über eine Autostunde von Stockholm entfernt. Dies solltest Du bedenken, falls Du nach Ferienhäusern oder -wohnungen suchst.

Hast Du Fragen zu Schwedens Schärengärten und Schäreninseln? Dann poste gerne einen Kommentar unter diesen Beitrag. Ich vertiefe das Thema gerne mit Erfahrungsberichten.

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