Schweden Sommer

In den Sommerferien zieht es viele Schweden ans Meer – sie pflegen sanften Tourismus im Einklang mit der Natur …

Eine feine Sache: In Schweden gibt es nicht nur für Schüler, sondern auch auch für Arbeitnehmer eine Sommerferienzeit. Sie haben während der großen Schulferien gesetzlichen Anspruch auf vier zusammenhängende Wochen Urlaub. In vielen Unternehmen und gerade in der Industrie umgeht man das Problem von Vertretungen und Ausfallzeiten, indem man für diese Zeit komplett schließt. Der schwedische Ausdruck dafür ist „sommarstängd“, was so viel bedeutet wie: des Sommers wegen geschlossen. Noch heute bezeichnet man diese Schließungszeit vereinzelt als Industrieferien. Da der Anteil an Staatsunternehmen in Schweden zurückgeht, sind sie längst nicht mehr flächendeckend wie in den 1960er und 1970er Jahren. Stark wettbewerbsgetriebene Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, die Produktion auszusetzen.

Wann ist in Schweden Hauptsaison?

Für den Tourismus bedeutet diese gesetzliche Urlaubsregelung, dass es eine feste Hauptsaison gibt, die sich auf den Monat Juli plusminus zwei Wochen konzentriert. In diesem Zeitraum herrscht in touristischen Zentren Hochbetrieb. Gerade junge Familien verreisen in Schweden innerhalb des Landes, sodass so mancher Urlaubsort von einem auf den anderen Tag einen regelrechten Ansturm erlebt. Viele Schüler und Studenten arbeiten deshalb als Saisonkräfte und es können Dienstleistungen angeboten werden, die es im übrigen Jahr nicht gibt. Örtliche Touristenbüros, Hotels und Campingplätze weisen auf diese Extraservices hin: Kinderbeschäftigung, Animationen, geführte Touren, Sportwettkämpfe, Diskoabende, Kurse, (Boots-)Ausflüge etc. Wer mit Kindern nach Schweden reist, kann sich auf barnsemester.se über spezielle Ferienangebote für junge Familien informieren.

Wie Schweden ihre Sommerferien lieben

Sommerferien bringen für kleine Schweden auch besondere Freiheiten mit sich, die später, in der Erinnerung, natürlich noch einmal verklärt werden … Ausflüge in die Vildmark, Jugendsportcamps, Lagerfeuerpartys, Festivalbesuche u.v.m. Ab Midsommar findet das Freizeitleben draußen statt. Es ist lange hell und mit dem Wetter ist man nicht wählerisch. Da nach wie vor ein Großteil der Schweden ein Sommerhäuschen besitzt, fahren viele von ihnen für mehrere Wochen aufs Land. „Hemester“ sind das, was wir in Deutschland „Urlaub auf Balkonien“ nennen. In Schweden tauscht man den Balkon gegen die Veranda im Grünen. Auf 9,5 Millionen Einwohner kommen etwa 570.000 Stugas. Die Alternative bietet sich mit dem Bauernhof der Großeltern oder anderer Verwandter. Obwohl die Mehrheit der Schweden in größeren Städten lebt, haben viele Familien ihre Wurzeln in der Provinz. Selbst die Jüngsten haben somit keine Berührungsängste mit dem Landleben. Angeln, Jagen und Beeren sammeln gehen, sind auch in Zeiten von WLAN und Smartphone angesagt.

Schweden Sommerferien

… zur Unterhaltung wird in den Touristenzentren von Juni bis August einiges geboten

Termine für Schulferien in Schweden

Für Schüler beginnen die Schulferien im Sommer zu keinem zentral geregelten, landesweiten Termin. Die Liberalisierung des Schulwesens hat dazu geführt, dass jede Schule selbst über die Ferientermine bestimmen kann. Die Zahl der Schultage pro Jahr ist allerdings auf 178 festgelegt. Die Sommerferien dauern in der Regel von Anfang/Mitte Juni bis Anfang/Mitte August. Die übrigen Ferientermine ähneln denen in Deutschland. Es gibt Winterferien, Osterferien, Herbstferien und Weihnachtsferien. Die Termine im Überblick:

  1. Im Februar bis März gibt es eine Woche Skiferien,
  2. an Ostern eine Woche Osterferien.
  3. Die Sommerferien dauern von Anfang/Mitte Juni bis Anfang/Mitte August.
  4. Im Oktober folgt eine Woche Herbstferien.
  5. Und über den Jahreswechsel freuen sich die Schüler über zwei Wochen Weihnachtsferien.

Tipp: Viele Kommunen informieren über die genauen Termine und Feiertage, am besten Du googelst mit der Anfrage „läsår“ oder „läsårstider“. Wie auch hierzulande endet jedes Schuljahr mit besonderen Aktivitäten oder Exkursionen. An Grundschulen und Gymnasien gibt es Anfang Juni traditionelle Abschlussfeiern. Die Jüngeren feiern ihren Wechsel aufs Gymnasium. Die Abiturienten stehen vor der Wahl zwischen Studium oder Berufsausbildung. Die Feiern selbst werden vielerorts sehr aufwändig gestaltet. Auf dem Lande gehört sogar oft noch ein Kirchgang dazu. Die Absolventen werfen sich in Schale, schmücken sich mit blau-gelben Accessoires und wer das Abitur bestanden hat, darf sich einen weißen Hut (oder eine weiße Mütze) aufsetzen.

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