Ivösjön: Tipps für Camping, Ferienhaus & Angeln

Ivösee (Ivösjön) in SchwedenLandschaft am Ivösee (Ivösjön) in Schweden

(Bild in Lizenz von Florian Kunde – stock.adobe.com) Das tiefe Blau des Ivösjöns fällt Reisenden unweigerlich auf. Solch großen Seen begegnet man im äußersten Süden von Schweden kaum. Erst weiter nördlich von Schonen, im angrenzenden Småland, werden die ausgedehnten Wasserflächen zahlreicher. Und so hat Ivösjön ein gewisses Alleinstellungsmerkmal im weiteren Umkreis. Wer zum Beispiel von Malmö über die Europastraße 22 zu ihm gelangt, hat in zwei Autostunden eigentlich nur einen richtigen See gesehen: Östra Ringsjön bei Hörby. Ivösjön wird also die Aufmerksamkeit von vielen Anglern, Badegästen und Wassersportlern aus den umliegenden Städten zuteil – allen voran aus Kristianstad, das nur 17 km entfernt liegt. Aber auch Touristen vom Kontinent lockt es hierher. Was genau sie anzieht, welchen Aktivitäten sie nachgehen und wo sie Unterkunft nehmen, möchte ich in diesem Beitrag näher für Dich beleuchten.

Sehenswürdigkeiten in und am Ivösjön

Schloss Bäckaskog am Ivösjön
Schloss Bäckaskog mit seiner hübschen Parkanlage liegt am westlichen Ufer des Ivösjöns, unweit von Schloss Karlsholm

Mit einer Fläche von 50 km² ist Ivösjön der größte See in der Region Schonen, aber an vielen Stellen nur wenige hundert Meter breit. Grund dafür ist die große Insel in seiner Mitte: Ivö. Sie ist bekannt für ihre vielen Fossilienfundstellen. Besonders Fossilien aus der Kreidezeit wurden hier schon zahlreich gefunden. Grabhügel und Relikte aus der Bronzezeit belegen zudem, dass Ivö schon lange bewohnt wird. Das heutige Inseldorf zählt aber nicht einmal einhundert Einwohner. Es hat in Schweden einen großen Namen, weil eine Marke von Sanitärporzellan nach ihm benannt ist: Ifö.

Mit der Fähre von Barum, die den ganzen Tag lang verkehrt, ist die Insel an das Straßennetz angebunden. Die Überfahrt dauert sieben Minuten. Zu ihren Sehenswürdigkeiten gehört die kleine Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit ebenso alten Wandmalerein. Im Unterschied zu vielen schwedischen Dorfkirchen wurde sie aus Ziegeln erbaut. Unweit des Dorfes befinden sich spektakuläre Strandgrotten, die so genannten „Ugnsmunnarna“. Sie sind durch Erosion des Kalksteinbodens entstanden. Die höchste Erhebung der Insel ist Ivö Klack. Hier wurde der Boden lange Zeit wirtschaftlich genutzt: Zwischen den 1880er- und den 1960er-Jahren gab es lukrative Kalk- und Kaolin-Vorkommen. Heute kannst Du das Abbaugebiet und die industriellen Überbleibsel mithilfe eines Wanderwegs erkunden. Rund um den Ivosjön gibt es folgende Anziehungspunkte:

  • Touristikroute Humleslingan: Früher wurde am See Hopfen (auf Schwedisch: humle) angebaut. Heute gibt die Kulturpflanze einer Route ihren Namen, die einmal rund um den See führt und sowohl mit dem eigenen Auto, als auch mit Fahrrädern oder Wanderschuhen bewältigt werden kann. So kannst Du über vierzig größere und kleinere Attraktionen am See erreichen.
  • Schloss Bäckaskog: Liegt am Humleslingan und ist ein schmuckloser Ziegelbau, der im 13. Jahrhundert als Kloster entstand und nach der Reformation von verschiedenen Adelsgeschlechtern bewohnt wurde. Heute gibt es hier ein Hotelrestaurant mit Konferenzräumen. Sehenswert ist der umgebende Schlosspark, dessen Anfänge im 19. Jahrhundert liegen.
  • Kjugekull: Unweit von Bäckaskog breitet sich dieses Freiluftparadies für Boulderer aus. Es bietet eine Ansammlung spektakulärer Felsen und Steinblöcke, die in verschiedenen Schwierigkeitsstufen bewältigt werden können.
  • Havsdrakarnas Hus in Bromölla: In der Ausstellung zu den Fossilienfunden vom Ivösee kannst Du Dich auf eine anschließende Tour einstimmen, auf der Du an der Seite eines Guides selbst auf Fossiliensuche gehst.
  • Ifö Center in Bromölla: Unterstützt vom gleichnamigen Konzern, gibt es in der kleinen Stadt am Ivösee ein künstlerbetriebenes Kulturzentrum. Hier werden neben Ausstellungen auch Filmvorführungen und Workshops angeboten.
  • Rebel Park in Bromölla: Auspowern mal anders! In diesem Sportzentrum kannst Du Kickbike, BMX, Skateboard, Inlineskater, Ski und Snowboard fahren. Außerdem gibt es eine Trampolinhalle, eine Boulder- und Freikletteranlage sowie die Infrastruktur für weitere Trendsportarten wie Parcours, Ninja- und Zirkeltraining.
  • Vångabacken: Gleich am nordwestlichen Ufer des Sees erhebt sich ein kleiner Berg, an dessen Steilhang im Winter eine Skiabfahrt mit Lift betrieben wird. Der Höhenunterschied beträt rund 130 Meter und die längste Abfahrt ist 660 Meter lang.
Kristianstad: Lilla Torg
Lilla Torg ist der beschaulichere Platz im Herzen Kristianstads

Einen Ausflug lohnt auch Kristianstad, eine der größeren Städte in Schonen. Sie bietet eine belebte Innenstadt mit Einkaufsmöglichkeiten, baumbestandenen Boulevards und einigen schmucken historischen Gebäuden wie die Dreifaltigkeitskirche, das Theater im Tivolipark, Stora kronohuset und Frimurarehuset. Zu den unterhaltsamsten Museen der Stadt gehört das Filmmuseum, das besonders an die große schwedische Stummfilmzeit und wichtige Filmpioniere des Landes erinnert.

Angeln im Ivösjön

Viele Angler schätzen am Ivösjön, dass er in eine malerische Landschaft eingebettet ist, zahlreiche Bootsrampen bietet und von über zwanzig relevanten Fischarten bewohnt wird. Die größten Bestände weisen Barsche, Hechte und Zander auf. Wenn Du Deine Angel auswerfen möchtest, benötigst Du einen Angelschein (auf Schwedisch: Fiskekort) des örtlichen Vereins „Ivösjöns Fiskevårdsförening“. Sie ist als Jahreskarte, als Zehn-Tageskarte und als Ein-Tageskarte erhältlich. Zu den Verkaufsstellen gehören der Baumarkt „Bröderna“ in Bromölla, der „Bromölla Marin & Fiskecenter“ sowie der Kiosk auf dem Campingplatz Ivö. Der Angelschein gilt auch für den benachbarten Levrasjön bei Bromölla. Seekarten sind in digitaler und analoger Form erhältlich, u. a. in der Bibliothek Bromölla.

Campingplätze am Ivösjön

Wenn Du mit dem Wohnmobil oder einem Zelt unterwegs bist, findest Du am Ivösjön folgende offizielle Übernachtungsmöglichkeiten:

  • Bromölla Camping & Vandrarhem: am südwestlichen Ortsrand von Bromölla gelegen, mit Zugang zur Badestelle Strandängen. Für Zelte, Pkw mit Wohnwagen und Wohnmobile geeignet. Vier 4-Bett-Stugas und zwölf Gästezimmer werden vermietet. Zum Gelände gehören ein Grillplatz, ein Spielplatz, eine Sauna, eine Minigolf-Anlage sowie ein Rad- und Bootsverleih. Standard: mittel bis gut.
  • Ivö Camping: auf der Insel Ivö gelegen und über die Fähre Ivö – Barum erreichbar. Für Zelte, Pkw mit Wohnwagen und Wohnmobile geeignet. 15 Stugas und einige Wohnwagen werden zur Vermietung angeboten. Ein kinderfreundlicher Badestrand, eine Bootsanlegestelle mit Bootsverleih, eine Minigolf-Anlage, ein Spielplatz und ein Hunderastplatz gehören zum Gelände. Außerdem gibt es einen Imbiss mit Gastraum. Standard: gut.
  • Söndremark Camping: auf der Insel Ivö gelegen und Teil eines Wohnmobil- und Wohnwagenplatzes des Caravan Club of Sweden (CC). Für Pkw mit Wohnwagen und Wohnmobile geeignet. Die Stugas sind nur von Mitgliedern des CC buchbar. Zum Gelände gehören ein kleiner Badestrand, eine Sauna, eine Minigolf-Anlage, ein Spielplatz, eine Boule-Bahn und ein Sportplatz. Für Hunde gibt es einen separaten Rast- und Badeplatz. Standard: gut.

Wenn Du lieber an der Ostsee übernachten möchtest, liegt mit Väljevikens Camping ein geeigneter Platz in Reichweite. Er befindet sich bei Sölvesborg, das nur zehn Autominuten von Bromölla entfernt liegt und eine niedliche Altstadt bietet.

Ferienhaus-Urlaub am Ivösjön

Ivösee (Schweden)
Blick auf Ivö, die Insel im gleichnamigen See (Bild in Lizenz von Florian Kunde – stock.adobe.com)

Wenn Du Dir einen mehrtägigen Aufenthalt am Ivösee vorstellen kannst, findest Du dafür eine kleine Auswahl von Ferienhäusern – hauptsächlich auf der Insel Ivö und südöstlich des Sees bei Sölvesborg. Letztere liegen näher an der Ostsee, dafür erwarten Dich auf der Insel Ruhe und Abgeschiedenheit. Eine dritte Möglichkeit ist „Otetorp Stuguthyrning“ am Nordufer des Ivösjöns. Hier bietet die Familie Djerf mehrere kleine Stugas an, von denen eine direkt am See liegt. Der Ausleih eines Ruder- oder Motorboots ist ebenfalls möglich. Falls Du am Ivösjön nicht fündig wirst, solltest Du Deine Recherche auf Arkelstorp nordwestlich des Sees ausdehnen. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Immeln, einem weiteren großen See, der allerdings viel weniger touristisch erschlossen ist.

Persönliches Fazit
Ich bin auf der Durchreise von Kristianstad nach Karlskrona zuerst auf Schloss Bäckaskog und dann auf Ivösjön aufmerksam geworden. Ein ausgiebiger Spaziergang durch den Schlosspark endete mit einem Regenguss. Meine Begleiterin und ich fuhren daraufhin auf der kleinen Landstraße weiter am See entlang Richtung Vånga. Dabei fielen uns die zahlreichen Streuobstwiesen links und rechts des Weges auf. In Verbindung mit dem See schaffen sie ein friedliches Landschaftsbild, das sich mit seiner ländlichen Idylle von den umliegenden Waldgegenden unterscheidet und in ähnlicher Form nur am 70 km entfernten Åsnen-See vorkommt. Bei der nächsten Reise nach Blekinge oder Gotland, möchte ich unbedingt noch einmal am Ivösjön Halt machen.

Hast Du noch Fragen zum See und seiner Umgebung? Oder möchtest Du einen Kommentar zu meinem Beitrag hinterlassen? Dann nutze gerne das entsprechende Textfeld hier unterhalb. Ich bin gespannt auf Dein Feedback!

Ivösjön in SchonenGPS-Koordinaten: Breite 56.075°, Länge 14.475°. Region: Schonen. Auf halber Strecke zwischen Kristianstad und Karlshamn gelegen, bildet Ivösjön das Zentrum einer kleinen Seenplatte. Sie reicht vom „Wassereich“ bei Kristianstad bis zum Immeln im Norden. Skräbeån, ein kleines Flüsschen, verbindet Ivösjön mit der Ostsee. Es ist bei Anglern beliebt, weil sich Flussmaränen, Lachse und Meerforellen in ihm tummeln.

2 Kommentare

  1. Eine Frage zum Winter:
    Ist der Ivösjön zur Winterzeit zugefroren?
    Vielleicht nur teilweise?
    Grüße Friedel Molitor
    Göttingen

    1. Hej Friedel,
      ja, der See kann von Januar bis März zugefroren sein. Besonders in den Buchten ist das Eis dann tragend. Ob man den See mit geschlossener Eisdecke betreten oder sogar eisangeln darf, erfragst Du am besten vor Ort – z.B. an den Verkaufsstellen des Angelscheins.
      Blau-gelbe Grüße – S.

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