Schwedenkronen: die Währung in Schweden – Wechselkurs

Schwedenkronen galten einst auch in Dänemark und Norwegen
Schloss Glimmingehus in Schonen – Symbol des mittelalterlichen Wohlstands der Dänen und ihrer Konflikte mit den Schweden

In Schonen trafen dänische und schwedische Interessen jahrhundertelang aufeinander. 1873 kamen die Nachbarn jedoch überein, eine gemeinsame Währung zu schaffen. Die alten Reichstaler wurden durch die Krone ersetzt. Mit dieser skandinavischen Währungsunion, der später auch Norwegen beitrat, hoben die Länder gegenseitige Handelsbarrieren auf. Das Experiment verlief zunächst erfolgreich. 1924 gaben die einzelnen Staaten jedoch den einheitlichen Umrechnungskurs und die gegenseitige Akzeptanz der Münzen und Scheine auf. Vom Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise gebeutelt, hatten sie es nicht geschafft, eine einheitliche Finanzpolitik aufrechtzuerhalten.

Die schwedische Währung im Auf und Ab

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfüllte die Schwedenkrone eine ähnliche Rolle wie der Schweizer Franken. Beide Währungen galten als verlässliche, krisensichere Anlagen. Ihre Kurse blieben stabil. Mit der zunehmenden Globalisierung und spätestens seit der Wirtschaftskrise der 1970er Jahre änderte sich das. Die Schwedische Regierung ließ die Krone mehrfach abwerten, damit die einheimischen Waren und Güter exportfähig blieben. Zudem bedrohten die hohen Arbeitslöhne die internationale Konkurrenzkraft der Unternehmen. Der größte Einschnitt erfolgte 1982 unter Olof Palme und seinem Finanzminister Kjell-Olof Feldt: Sie ließen die Schwedische Krone um 16% abwerten.

Von Euro in Schwedenkronen umtauschen – Wechselkurse

Schwedenkronen: neue Scheine
Schwedisches Bargeld: die neuen Geldscheine seit 2017

Der Wechselkurs zwischen D-Mark und Krone lag seitdem zwischen 1:5 und 1:6. Dieser Trend setzte sich nach der Euro-Einführung fort. In den stärksten Phasen der europäischen Gemeinschaftswährung war die Schwedische Krone ein Neuntel bis ein Zehntel des Euro wert. Seit der Finanzkrise hat sich das Verhältnis leicht verändert. Die Schwedenkrone erfuhr einen langsamen Niedergang. Bewegten sich die Wechselkurse im Jahr 2012 im Bereich von 1:8 gegenüber dem Euro, so geht die Tendenz seit 2017 zu einem Verhältnis von 1:10 bis 1:11.

Wenn Du den aktuellen Kurs erfahren willst, findest Du über Google schnell eine Reihe von Info-Portalen – ich empfehle die Seite der schwedischen Reichsbank. Der Umtausch erfolgt in Deutschland aber zu einem abweichenden Kurs, den Du beim jeweiligen Kreditinstitut aktuell erfragen solltest. Bedenke dabei, dass nicht jede Bankfiliale Schwedenkronen vorhält. Meist müssen sie erst bestellt werden. Der bessere Weg ist es, die Währung am Bankautomaten vor Ort in Schweden vom Konto abzuheben. Die dabei entstehenden Gebühren sind geringer als der „Wertverlust“ beim Umtausch in Deutschland. Jedoch sind nur noch geringe Geldbeträge an Automaten erhältlich!

Bargeld in Schweden – vom Aussterben bedroht?

Übrigens: Falls Du Kronen-Scheine aus vergangenen Urlauben übrig hast, solltest Du überprüfen, ob sie noch aktuell sind. In den letzten Jahren wurden die alten Scheine nach und nach durch neue ersetzt und für ungültig erklärt. Außerdem wird in Schweden heftig diskutiert, ob man das Bargeld überhaupt noch braucht. Eine Abschaffung und Umstellung auf bargeldloses Zahlen wird von Politikern und Experten ernsthaft in Erwägung gezogen. Sie würde bei den Banken auf große Gegenliebe stoßen, da ihnen der Umgang mit Münzen und Scheinen erhebliche administrative Kosten beschert. Deshalb dünnen sie bereits jetzt das Netz an Geldautomaten spürbar aus.

Schwedenkronen: Münzen
Schwedenkronen: das neue Kleingeld seit 2017

Für einen Großteil der Schweden ist die zunehmende Alleinstellung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs kein Problem. Sie haben sich daran gewöhnt, mit Kreditkarten oder Handy-Apps zu bezahlen. Darauf stellen sich natürlich auch Geschäfte, Tankstellen und Restaurants ein. Immer häufiger trifft man an Schaufenstern auf Schilder wie „Vi hanterar ej kontanter“, die darauf hinweisen, dass kein Bargeld von Kunden angenommen wird. Selbst Obdachlosenzeitungen können mittlerweile nur mit Kreditkarten bezahlt werden. Oder man verwendet Swish. Dabei handelt es sich um eine der verbreitetsten Zahlungs-Apps in Schweden. Sie wurde von den sechs größten Banken in Kooperation mit der Zentralbank ins Leben gerufen und läuft mit den Betriebssystemen iOS©, Android© und WindowsPhone©.

Falls es etwas Neues zum Bargeld in Schweden gibt, halte ich Dich auf dem Laufenden! Auf Kommentare zum Thema bin ich gespannt.

1 Kommentar

  1. Ich habe diesen Eintrag zufällig entdeckt, weil mich die Entwicklung zur bargeldlosen Gesellschaft in Schweden umtreibt. Ob es gelingt oder scheitert, wird auf das übrige Europa Signalwirkung haben.

    Ich bin ein Bargeldfreund. Zum einen ist es Datenschutz, zum anderen ist ausschließlich bargeldloses Bezahlen eine Verarmung des Alltags. Ich habe gerne das Geld in der Hand statt nur Buchungen zu sehen. Münzen und Scheine sind kleine Kunstwerke und Ausdruck der Kultur eines Landes.Bargeld ist auch praktisch. Man holt einfach Münzen und Scheine heraus und zahlt ohne technisches Hilfsmittel, auch wenn der Strom ausfällt oder das System außer Betrieb ist.

    Auch in Deutschland will man den Bürgern das bargeldlose Bezahlen mithilfe von Corona schmackhaft machen. Weil man sich offenbar nicht traut, die wahren Gründe mitzuteilen, wird die Ansteckungsgefahr über Bargeld herbeigelogen. Das ist in Schweden wohl dasselbe. Mich wundert es, daß nicht viel mehr Schweden über die Folgen der Bargeldabschaffung nachdenken.

    Das neue Bargeldgesetz ab nächstes Jahr hat schon erste Ausswirkungen. Bankomat AB hat schon neue Standorte angekündigt. Die Riksbank spricht sich für eine Annahmepflicht in der Daseinsvorsorge aus. In Polen beispielsweise hat die Regierung im Frühjahr auf die Annahmepflicht im Land hingewiesen. Elektronische Zahlungsmittel werden nicht immer und für restlos alle Bürger zur Verfügung stehen. Hochpreisige Güter werden schon seit Jahrzehnten kaum noch bar bezahlt, was auch Björn Eriksson von Kontantupproret nicht macht. Früher hat man dann per Scheck bezahlt.

    Es wäre mal einen Versuch wert, durch Schweden zu reisen und ausschließlich bar bezahlen zu wollen. Ich fände es spannend, sich nicht an bargeldabweisenden Hinweisen zu stören und hartnäckig bar bezahlen zu wollen. Man könnte ins Feld führen, daß die Vorhaltung von Wechselgeld ja aufwendig und kostspielig sei, aber man einfach für runde 100 SEK einkaufen möchte. Auf den kleinen Restbetrag kann man großzügigerweise verzichten.

    In einer wirklich freiheitlichen Gesellschaft sollte doch die freie Entscheidung einiger Bürger für Bargeld nicht in Frage gestellt werden. In Ballungsräumen, wo mehrere Geschäfte für dieselbe Ware zur Auswahl stehen, sollen ruhig ein paar Unternehmen völlig auf bargeldloses Bezahlen setzen. Dann kauft man woanders ein. Im ländlichen Raum sollte eine Annahmepflicht vollumfänglich greifen, weil dort oft kaum die Auswahl zwischen mehreren Geschäften besteht.

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