Kebnekaisemassiv

Nach der Kebnekaise Fjällstation beginnt der lange und anspruchsvolle Anstieg © Martijn M.

Wer den Kebnekaise besteigt, erklimmt auch den höchsten Berg Schwedens. Wenn die Eiskuppe seines Gipfels allerdings weiterhin schmilzt, müssen die Gipfelstürmer bald eine neue Route einschlagen: Denn der vergletscherte Südgipfel verliert jährlich an Höhe und ist derzeit nur noch etwa sieben Meter höher als der massive Nordgipfel (2.097 m). Aber eins nach dem anderen: Der Weg auf den Kebnekaise ist kein Selbstläufer. Eine Seilbahn gibt es nicht. Dem entsprechendend solltest Du Dich konditionell und ausrüstungstechnisch auf eine Hochgebirgswanderung einstellen.

Besteigung des Kebnekaise

Schwedens Gipfel Nummer 1 liegt in Lappland und ist Teil des Skandinavischen Gebirges, das von Südnorwegen bis Nordfinnland reicht. Zum Umfeld des Kebnekaise gehören der Abisko Nationalpark und der Stora Sjöfallet Nationalpark. Möglicherweise wird auch das Kebnekaisemassiv eines Tages zum Nationalpark erklärt, denn die Voraussetzungen stimmen: Flora und Fauna sind weitgehend unberührt. Die einzige Straße der Region führt von Kiruna am Laukkujärvi entlang nach Nikkaluokta – bekannt als Startpunkt des Fjällräven Classics. Spätestens von dort aus geht es nur noch zu Fuß weiter. Alternativ kannst Du über den Kungsleden wandern. Entweder aus nördlicher Richtung von Abisko oder südlich, von Vakkotavare kommend, das über die Straße von Porjus erreichbar ist.

Kebnekaise Fjällstation und Fjällstuga Singi

Der Aufstieg zum Kebnekaise ist Trekking-Erfahrenen über zwei Hauptzugänge möglich:

    1. Östraleden (auch: Gudjohnsens led): Ein Wander- und Klettersteig, der an der Kebnekaise Fjällstation beginnt, hinauf zum Jökelbäcken und schließlich zum Südgipfel des Kebnekaise führt. Dabei sind nicht nur Teile des Gletschers zu überqueren, sondern auch Kletterpassagen zu meistern. Die reine Strecke beträgt 16 km, welche in 8 bis 10 Stunden zurückgelegt werden.
Blick vom Kebnekaise

Blick vom Kebnekaise, etwas unterhalb seines schneebedeckten Gipfels © Tobias V.

  1. Västraleden (auch: Björlings led): Ein Wanderweg, der von der Kebnekaise Fjällstation zunächst mit dem Östraleden identisch ist, dann aber westlich Richtung Kittelbäcken und Kitteldalen abzweigt. Dann geht es weiter hinauf zum Vierramvare-Fjäll und ins Kaffedalen. Hier ist ein zusätzlicher Ab- und Aufstieg zu bewältigen. Der Weg endet bei den Gipfelhütten, von denen man über Schneefelder zum Südgipfel laufen kann. Die reine Wegstrecke beträgt ca. 24 km. Es sind 10 bis 12 Stunden zu veranschlagen.

Neben diesen Zugängen gibt es noch sieben weitere, von denen fast alle Kletter- und Gletscherpassagen enthalten. Für Einsteiger eignet sich lediglich:

  1. Durlings led: Er beginnt nördlich der Singi Fjällstuga und führt zum Südgipfel des Kebnekaise. Er führt zwischen Kuopertjåkka och Singičohkka entlang des Singijohka. Dann verläuft er westlich des Singipakte. Im Kaffedalen führt Durlings led mit dem Västraleden zusammen.

Kebnekaise Fjällstation und Singi Fjällstuga

Die Trekkingsaison am Kebnekaise reicht von Anfang Juni bis Mitte September. Die meisten Mücken gibt es bei warmen Temperaturen in der Hochsaison. Mit einem guten Zelt und Mückenschutz kann man problemlos im Freien an einer günstigen Stelle übernachten. Wenn Du eine feste Unterkunft bevorzugst, gibt es nur zwei Optionen: Kebnekaise Fjällstation und Singi Fjällstuga. Beide werden vom Schwedischen Touristenverband (STF) betrieben. Die Stuga schließt September. Die Fjällstation ist auch im Winter offen und besetzt. Besonders ab Februar kommen einige Schneewanderer, die den Kebnekaise trotz Eiseskälte und gefährlich kalten Windböen besteigen (es besteht das Risiko, sich Erfrierungen im Gesicht zuzuziehen).

Kebnekaise - Schutzhütte

Eine der Schutzhütten unterhalb des Kebnekaise-Gipfels © Tobias V.

Schutzhütten auf dem Kebnekaise

Da alle Besteigungen Tagestouren darstellen, bei denen man abends nicht mehr rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit an einer der beiden Unterkünfte zurück ist, empfiehlt sich die Übernachtung im Zelt – irgendwo am Fuße des Kebnekaisemassivs. Auf dem Gipfel zu übernachten, ist nicht zu empfehlen. Wer es nicht anders schafft, sollte eine der beiden Schutzhütten auf ca. 1880 m.ü.d.M. nutzen. Sie mögen von außen zwar nicht besonders einladend aussehen, da sie gnadenlos der Witterung ausgesetzt sind, werden aber regelmäßig in Stand gehalten.

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