Storebaeltbrücke - Großer Belt

Verkehrsader nach Skandinavien: die Brücke über den Großen Belt. Foto: © keller – Fotolia.com

Früher war die Anreise nach Schweden noch etwas beschwerlicher als heute – zumindest für alle, die die Fähren meiden und dafür mehr Straßenkilometer zurücklegen wollten. Bis zur Jahrtausendwende gab es keine durchgängige Verbindung von Deutschland nach Schweden. Viele Touristen nutzten die Autobahnen von Schleswig-Holstein über Dänemark und setzten dann mit Fähren über.

Zwei Jahre vor der Fertigstellung der Öresundbrücke schlossen die dänischen Nachbarn ein Brückengroßprojekt ab: Seitdem führt Storebæltsbroen (zu Deutsch: Brücke über den Großen Belt) über die Meerenge zwischen den Inseln Fünen und Seeland. Das Bauwerk hat eine Länge von ca. 6,8 km und setzt sich aus einer Hängebrücke und einer Spannbetonbrücke zusammen. In der Mitte befindet sich die kleine Insel Sprogø, welche früher von einem Leuchtturmwärter bewohnt wurde.

Ohne Storebaeltbrücke nach Kopenhagen

Storebaeltbrücke – Preisübersicht

Die Überquerung der Storebaeltbrücke ist mautpflichtig. Abonnenten von BroBizz®, BroPas (ØresundsBizz) oder AutoPASS können mit ihren Transpondern auf einer Extraspur durch die Mautstellen fahren. Sie brauchen nicht zum Bezahlen anhalten, da Ihnen die Überfahrt automatisch in Rechnung gestellt wird. Als BroBizz® Abonnent bekommst Du 5% Rabatt. Höhere Nachlässe sind mit einem Vertrag mit der Betreibergesellschaft A/S Storebælt möglich. Diese bietet Pendlern, gewerblichen Nutzern und Behinderten spezielle Preismodelle. (Alle Angaben ohne Gewähr.)

LeistungMotorradPkwWohnmobile
Einfaches Ticketca. 18 Euroca. 34 Euro (bis 6m)
ca. 51 Euro (m. Anhänger)
ca. 51 Euro (ab 6m, >3,5 t)
ca. 100 Euro (ab 3,5 t, bis 10m)
ca. 158 Euro (ab 3,5 t, > 10m)

Das Kombiticket für Storebaelt- und Öresundbrücke ist derzeit bei zwei oder drei Anbietern online buchbar. Genaue Preisangaben kann ich an dieser Stelle jedoch nicht mehr veröffentlichen. Vielleicht ist eines der offiziellen Rabattangebote für Dich interessant? Sie beziehen sich allerdings auf enge Zeiträume. Für einen Wochenendtrip nach Kopenhagen und Malmö könnte folgendes passen:

  1. Wochenendkarte (WEEKENDBILLET): Für Hin- und Rückfahrten zwischen Freitag 12.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr. Preis für Pkw (bis 6m) ca. 59 Euro, für Motorräder ca. 31 Euro.

Weitere Angebote für ganz Eilige:

  1. Samstagskarte (LØRDAGSBILLET): Für Fahrten an Samstagen ab 0.00 Uhr mit Rückfahrt am Sonntag bis 3.00 Uhr. Preis für Pkw (bis 6m) ca. 54 Euro, für Motorräder ca. 28 Euro.
  2. Sonntagskarte (SØNDAGSBILLET): Für Fahrten an Sonntagen ab 0.00 Uhr mit Rückfahrt am Montag bis 3.00 Uhr. Preis für Pkw (bis 6m) ca. 54 Euro, für Motorräder ca. 28 Euro.
  3. Feiertagskarte (HELLIGDAGSBILLET): Für Fahrten an allen Feiertagen ab 0.00 Uhr mit Rückfahrt bis 3.00 Uhr am folgenden Morgen. Preis für Pkw (bis 6m) ca. 54 Euro, für Motorräder ca. 28 Euro.

(Stand: Februar 2017)

Fahrt über die Storebaeltbrücke – pro und contra

Einer Fahrt über den Großen Belt steht heutzutage mehr im Wege als vor dem Brückenbau: Für wen ist der lange Weg über das dänische Festland noch interessant, wenn es per Fähre von Kiel, Lübeck, Fehmarn und Rostock aus interessante Alternativen gibt? – Ich finde, dass man sich den Umweg trotz der etwas höheren Kosten für die Fähren sparen sollte. Es sei denn, man möchte einen Urlaub in Schweden mit einem Urlaub in Jütland oder an der dänischen Nordseeküste verbinden. Ich verstehe auch Touristen aus Norddeutschland, für die die Fahrt zu den Fährhäfen an der Ostsee genauso weit ist wie der Weg nach Flensburg. Wer eine Reise nach Mittel- und Nordschweden bzw. nach Norwegen plant, kann den Großen Belt allerdings auch auf einer nördlichen Route umgehen, und zwar mit den Fähren von Grenå nach Varberg und Fredrikshavn nach Göteborg. Innerhalb Dänemarks gibt es mit der Mols-Linie zwischen Århus und Odden eine Ausweichroute.

Sehenswürdigkeiten auf beiden Seiten des Großen Belts

Vor und nach der Überfahrt über den Großen Belt gibt es viel zu sehen. Hier ein kleiner Überblick:

  1. Odense: In der Domstadt können Märchenliebhaber die beiden Hans-Christian-Andersen-Museen besuchen. Technikbegeisterte wird eher das Dänische Eisenbahnmuseum mit seiner Sammlung an Eisenbahnen und Fähren Nordeuropas interessieren.
  2. Kerteminde: Nördlich von Odense liegt dieser ruhige Urlaubsort mit Strand, Restaurants, Galerien, einem Wikingermuseum und dem Munkebostien – einem 20 km langen Wanderweg.
  3. Slagelse: Handel, Handwerk und Industrie der Stadt werden im Slagelse Museum vorgestellt. Etwas außerhalb wird die Geschichte der Wikingerburg Trelleborg anhand von Modellen, archäologischen Funden und Rekonstruktionen nacherzählt.
  4. Tystrup-Bavelse: Der Naturpark um die beiden Seen kann per Fahrrad und Kanu erkundet werden. Außerdem gibt es einen Golfplatz bei Sorø.

Was meinst Du? Gibt es weitere Argumente für die Storebaeltbrücke-Querung? Oder bist Du auch der Ansicht, dass man bessere Routen finden kann? – Ich freue mich auf Postings!

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Bewertung 4.1 Sterne aus 9 Meinungen

Bisher 4 Antworten.

  1. Reto sagt:

    Die Maut bezieht sich auf die Gesamtfahrzeuglänge. Unser 5.93m Camper mit hochgeklappten Fahrradträger war damit knapp über 6m lang. Es half nichts damit kostet die Überfahrt statt 240DK nun 365DK. Wenn Ihr also den Fahrradträger nicht braucht lohnt es sich allenfalls diesen zu demontieren.

  2. Siggi52 sagt:

    Ich finde, das sich der Umweg über die Brücken lohnt, wenn man einen Hund oder auch andere Tiere dabei hat, damit erspart man denTier(en) unnötigen Stress.
    Ganz abgesehen davon, diese Brücken auch mal gesehen haben.

  3. Ronald sagt:

    Storebaeltbrücke und Öresundbrücke sind schon ein muss, wenn man Familienmitglieder hat, die eine Schifffahrt nicht vertragen. Und ich finde, man ist zeitunabhängiger. Die Fähre muss ich ja dann meistens doch schon lange vorher buchen. Und wenn ich ein Fahrt um 7:13 habe, kann ich nicht erst 7:20 da sein. Das heißt, ich muss auf dem Weg zur Fähre genügend Puffer für Stau usw einbauen.. Dann doch lieber über die Brücken.

  4. onkeladdi sagt:

    Es gibt einen guten Grund für die Brücken. Auch wenn sie weder Zeit noch Geld sparen so muss man diese imposanten Bauwerke gesehen haben. Auch das Verweilen an den Brückenköpfen ist bei starkem Schiffsverkehr sehr schön anzusehen. Fähre fahren ist langweilig.

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