Borgholm: Schloss Solliden & weitere Sehenswürdigkeiten

Gut erhaltene Überreste von Schloss Borgholm, zentral auf Öland gelegen

(Bild in Lizenz von louiseasp – pixabay.com) Borgholm ist ein historischer Ort auf der schwedischen Sonneninsel Öland. Die Insel ist direkt vor der Ostküste des Landes gelegen und über eine Brücke mit dem Festland verbunden. In Borgholm gibt es viel Natur und dazu auch viel Geschichte und Kultur zu entdecken.

Die Sonneninsel Öland ist die zweitgrößte Insel Schwedens und im Sommer ein sehr beliebtes Reiseziel für schwedische Familien und internationale Gäste. Der weiße Sandstrand, die traditionellen Holzhäuser und das Meer sind eine faszinierend-schöne und anziehende Mischung für Urlauber. Borgholm ist die Hauptstadt von Öland. Es hat sich Ende des 19. Jahrhunderts zu einem sehr beliebten Badeort entwickelt. Es bekam den Kurpark „Societetsparken“ und ein öffentliches Bad am Meer, das „Kallbadhus“. Beide Orte sind bis heute erhalten, wobei das Badehaus deutlich attraktiver ist, da es vor einigen Jahren komplett erneuert wurde.

Attraktionen in Borgholm

Die Hauptattraktion in der Region um Borgholm ist das Schloss Borgholm – eine imposante Ruine. Der Barockpalast entstand unter der Herrschaft von König Karl X. Gustav von Schweden Mitte des 17. Jahrhunderts. 1806 zerstörte ein schrecklicher Brand das Schloss. Heute sind davon noch Überreste zu sehen: Einige Teile des Schlosses sind noch sehr gut erhalten und heute als Museum zugänglich. Darin geht es hauptsächlich um die Geschichte des Schlosses, um das Leben im Schloss und auch um die kriegerischen Konflikte zwischen Dänemark und Schweden.

In der Schlossruine finden auch regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Märkte, Open-Air-Konzerte oder Theatervorführungen statt. Das Gelände sorgt für eine stimmungsvolle Untermalung – vor allem bei abendlicher Beleuchtung. Aus diesem Grund hat auch die schwedische Popgruppe Roxette einige Videoclips hier gedreht. Für Kinder gibt es übrigens die Möglichkeit, Reitstunden auf dem Gelände zu nehmen.

Borgholm – die kleine Hafenstadt

Ölandbrücke südlich von Borgholm
Über die Ölandbrücke kommen Besucher bequem mit dem Auto oder dem Bus auf die Insel (Bild in Lizenz von lumamannen – pixabay.com)

Borgholm liegt an der Westküste der Insel Öland am Kalmarsund – eine Meerenge, die nach der Stadt Kalmar benannt ist. Wer sich für die Wikingerzeit interessiert, findet in Borgholm noch viele geschichtliche Zeugnisse. Im Ortsteil Köpingsvik beispielsweise haben die Wikinger früher Markt gehalten. Nördlich des heutigen Hafens stand früher eine kleine Kapelle, von der leider nichts mehr übriggeblieben ist. Um den Ort herum gab es Befestigungsanlagen, von wo aus der Schiffsverkehr im Sund bewacht wurde. Borgholm war früher ein wichtiger Handelsplatz. Die Stadt ist planmäßig errichtet. Die Hauptstraße Storgatan führt direkt zum Hafen. Alle Seitenstraßen zweigen rechtwinklig von ihr ab.

Borgholm hat sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts touristisch sehr gut entwickelt. Die nahegelegene Königsresidenz Schloss Solliden hat mit dazu beigetragen, dass die kleine Hafenstadt ein gut besuchter Badeort wurde. Seit 1973, dem Jahr der Fertigstellung der „Ölandsbron“, also der Brücke nach Öland, pendeln viele Inselbewohner täglich nach Kalmar. Besucher kommen mit dem Auto oder dem Bus über die zweitlängste Brücke Schwedens nach Öland. Es gibt direkte Zugverbindungen vom größten Flughafen Skandinaviens in Kopenhagen. Kalmar Öland ist der nächstgelegene regionale Flugplatz.

Schwedenurlauber empfiehlt:
Das Stadtmuseum von Borgholm befindet sich in einem alten Bürgerhof aus dem 19. Jahrhundert. Die Tullgatan 22 liegt im südlichen Teil der Stadt. In dem prächtigen Hauptgebäude mit großem Hof können Besucher sehen, wie sich die Industrie der Insel und die Eisenbahn entwickelt hat. Es gibt viel über die Stadtgeschichte zu erfahren, beispielsweise auch archäologische Funde auf der Insel und viel über die bäuerliche Kultur. Zudem sind dort Sammlungen öländischer Kunst und Kunsthandwerk ausgestellt. Beachte aber: Das Museum hat nur über die Sommermonate geöffnet!

Kulinarisch ist viel geboten

Für die Region typische Gerichte sind reichhaltig und rustikal. Die Schweden lieben Hausmannskost. Verfeinert wird auf Öland fast jedes Essen mit leckeren Kräutern, die im fast mediterranen Klima der Insel hervorragend gedeihen. Eine besondere öländische Spezialität sind „Kroppkakor“. Dabei handelt es sich um Kartoffelklöße, die mit Hackfleisch oder Speck gefüllt sind. Auf der ganzen Insel haben die Familien ihre oft streng gehüteten Rezepte, mal mit anderen Gewürzen, mal mit mehr rohen Kartoffeln. Auf jeden Fall wird überall auf der Insel noch geknetet. Zu Kroppkakor essen die Öländer traditionell Preiselbeeren mit Sahne oder Butter.

Schloss Solliden mit Park
Schloss Solliden ist die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie – der Park ist für die Öffentlichkeit zugänglich (Bild in Lizenz von markusluiga – pixabay.com)

Eine andere Spezialität ist „Lufsa“, die ebenfalls aus Kartoffeln zubereitet wird. Dabei handelt es sich um eine Variante des in Schweden sehr beliebten „Raggmunk“, eine Art Kartoffelpuffer. Lufsa ist gebackenes Kartoffelmus mit gebratenem Speck. Es wird im Ofen zubereitet.

Solliden Park – eine faszinierende Sehenswürdigkeit

Wie ich bereits erwähnt habe, steht in Borgholm auch das Schloss Solliden, die königliche Sommerresidenz. Königin Viktoria von Baden ließ das Schloss Anfang des 20. Jahrhunderts erbauen. Die Gartenanlage ist prachtvoll. Dort blühen im Sommer Blumen und Pflanzen in großer Farbenpracht. Im Pavillon befindet sich eine Dauerausstellung zum Schloss. Der Park rund um das Schloss ist für Besichtigungen freigegeben. Das Schloss selbst ist privat und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Wo gibt es Unterkünfte?

In Borgholm gibt es mehrere Möglichkeiten zu übernachten. Neben kleinen Hotels, die sich teilweise in ruhigeren Bereichen außerhalb der Stadt befinden, gibt es einen Campingplatz: „Kapelludden“. Darüber hinaus kannst Du in einem schönen Ferienhaus die Zeit auf Öland verbringen und von dort aus Tagesausflüge unternehmen, um nicht nur Borgholm, sondern auch den Rest der Sonneninsel kennenzulernen!

Radfahren und Wandern rund um Borgholm

Über die Rad- und Wanderwege ist es möglich, die einzigartige Karstlandschaft „Stora Alvaret“ im Innern der Insel hautnah zu erkunden. Es führen Wege in die Naturreservate Halltorps Hage und Strandskogen. Dort gibt es beeindruckend alte Waldbestände und einige der ältesten Laubbaumbestände von Nordeuropa.

Persönliches Fazit
Borgholm liegt zentral auf der lang gestreckten Insel. Ich kenne das Städtchen von einem Ausflug, den ich von einer Unterkunft im Süden Ölands aus unternahm. Die Fahrzeit mit dem Auto betrug etwa eine Stunde. Wenn man sich bei schlechtem Wetter die Zeit vertreiben möchte, ist Borgholm sicher eine der wenigen Optionen. Doch Achtung: Ich musste damals feststellen, dass man Solliden nicht von innen besichtigen kann. Zum Einkaufen und Bummeln würde ich an Deiner Stelle lieber nach Kalmar fahren! Für Familien mit Kindern empfehle ich bei schlechtem Wetter den Vergnügungspark bei Möllstorp oder das Minitaturland bei Löttorp, in dem die Kleinen mit Kleinfahrzeugen herumfahren können.

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1 Kommentar

  1. Danke für die Öland-Tipps. Ich mache im August wieder eine Schweden-Radreise und werde dann auch auf der Insel sein. Schade, dass die Kartoffel-Spezialitäten fleischig sind. Ich hätte sie gerne mal probiert!
    Viele Grüße,
    Annika