Västeras: Dom

Wahrzeichen von Västerås: die Domkirche mit ihrem fast 92 Meter hohen Turm

Wer einen Blick auf die Domspitze von Västerås erhascht, ist entweder auf der Durchreise zwischen Süd- und Nordschweden oder er hat sich auf dem Weg nach Stockholm für die nördliche Umfahrung des Mälaren entschieden. Eine dritte Möglichkeit: Es handelt sich um einen Schwedenurlauber, der entweder in Uppland, Södermanland oder Västmanland Quartier genommen hat. Alle drei Provinzen gehören nicht zu den klassischen Touristenmagneten. Zu ihrer Zielgruppe zählt man eher die individualreisenden Wiederholungstäter oder anders gesagt: die Stammkundschaft der schwedischen Ferienhaus- oder Camping-Branche. Wer in Schonen, Dalarna und an der Westküste alles gesehen hat, der nimmt sich Zeit für das Stockholmer Hinterland. Und das sagt noch nichts über die Anziehungskraft der Landschaften rund um den Mälaren aus! Alle drei warten mit Eigenheiten auf, die sich nicht in anderen Ecken Schwedens entdecken lassen. Und mit Västerås, Schwedens fünftgrößter Stadt, gibt es einen optimalen Ausgangspunkt für Ausflüge und Aktivitäten.

Västerås – Dom, Museen, Sehenswürdigkeiten

Am Rand der Stadt verzeichnen die Karten einen internationalen Flughafen, der sich mit ziemlicher Sicherheit aber nicht für Deine An- und Abreise eignet: Denn nur die Billigairline Ryanair betreibt hier zwei Linien. Die eine nach London-Stansted, die andere nach Antalya in der Türkei. Västerås hätte Besseres verdient. Für schwedische Verhältnisse handelt es sich um eine Großstadt, die nicht nur Verwaltungs- und Bischofssitz ist, sondern auch die Wiege großer Unternehmer und Konzerne. Ähnlich wie in Malmö hat sich in den letzten Jahren noch einmal einiges getan. Am deutlichsten sichtbar sind die Veränderungen im Stadtteil Öster Mälarstrand, der seit den 2000er Jahren um- und neugebaut wird. Am Ufer des Mälaren entstehen Wohnungen, Grün- und Freizeitanlagen, Schulen, eine Marina und einiges mehr.

Västerås hat verschiedene Blütezeiten erlebt und ist tatsächlich schon über eintausend Jahre alt. Überbleibsel aus dieser Zeit sind heute nur noch in Museen zu sehen. Was die vielen Stadtbrände in Mittelalter und Neuzeit übrig ließen, wurde in den 1950er/60er Jahren zum Großteil abgerissen und umgestaltet. Ein bisschen Altstadt findest Du im Viertel Kyrkbacken und entlang des Flusses Svartå. Die Domkirche geht zurück auf das 13. Jahrhundert und ihr Turm in heutiger Form auf den Baumeister Nicodemus von Tessin, der Jüngere.

Västeras: Altstadt

Am Svartån stehen die ältesten Häuser der Stadt – Blick von der Kungsgatan

Im Freilichtmuseum Vallby werden kulturgeschichtliche und architektonische Kulturgüter der Stadt und ihres Umlands bewahrt. Ähnlich wie im Stockholmer Skansen findest Du hier Landhäuser, Höfe und Villen nahezu in ihrem ursprünglichen Zustand. Museumshelfer und -mitarbeiter bringen im Sommer Leben in die Kulisse und zeigen Besuchern alte Bräuche, Handwerke und Handgriffe. Im Garten des Museums wird die pflanzliche Vielfalt Västmanlands gepflegt und erhalten. Weitere Museen in der Stadt:

  1. Flygmuseum: Luftfahrtmuseum auf dem Gelände des Flughafens
  2. Karlsgatan 2: das Kunstmuseum und das Museum der Provinz Västmanland unter einem Dach.
  3. Veteranbåtsmuseet: große Ausstellung mit ausgedienten Freizeitbooten.
  4. Leksaks- & Seriemuseum: Spielzeugmuseum im Schloss Tidö.

Wenn Du eine originelle Übernachtungsmöglichkeit suchst, dann wird Dir das „Utter Inn“ gefallen. Es steht im Mälarsee und vor den Ufern der Stadt. Sein Erbauer, Mikael Genberg, hat es es mit einem Zugang über Wasser und einem Zimmer unter Wasser ausgestattet. Etwas größer und luxuriöser fällt das „Ooops Hotel“ aus, welches ebenfalls von Västerås erreicht werden kann. Es steht mit dem Erdgeschoss unter Wasser und sieht aus, als wäre es zur Hälfte im Mälaren versunken. Im Obergeschoss gibt es ein luxuriöses Appartement.

Västerås – Rundgang & Restaurants

Ein ausführlicher Stadtrundgang führt vom Dom aus bis zum Västerås Schloss, dann über die Hamngatan zur Marina, wo es verschiedene Einkehrmöglichkeiten gibt. Über die Mälargaten und eine Fußgängerbrücke gelangst Du in den neu gestalteten Teil der Stadt und bekommst einen Panoramablick auf die Skyline und das imposante Viertel Öster Mälarstrand. Zurück geht es am Bahnhof vorbei in die Innenstadt. Ein Besuch im Kunstmuseum oder Shopping? – Deine Entscheidung! Über die Domkyrkoesplanaden erreichst Du den Ausgangspunkt. Empfehlenswerte Restaurants in der City:

  1. „Frank“, Bistro am Stora Torget
  2. „Kajplats 9, Fischrestaurant in der Sjötullsgatan
  3. „Nya Hattfabriken“, traditionelle schwedische Küche in der Slottsgatan
  4. „Karlsson på Taket“, gehobene schwedische Küche im Hochhaus Skrapan
Västmanland: See

Åmänningen – Västmanlands größter See und Teil eines großen Gewässersystems

Wälder, Seen, Eisenhütten – Ziele in Västmanland

Von Västerås folgst Du dem Svartån nach Norden Richtung Skultuna, mit seinem alteingesessenen Messingwerk. Hinter Skultuna beginnt eine alte Bergbaulandschaft, die Schweden nennen sie Bergslagen. Fast jede Siedlung in der Region hat ihren Ursprung in einer Mine, Grube oder Schmelze. In den Wäldern gab es außerdem viele Köhler. Das abgebaute Erz wurde auf Kähnen verschifft, über die Flüsse, Kanäle und Seen wie den Åmänningen. Hinter Virsbo erreichst Du auf seiner östlichen Seite das Welterbe Engelsberg Bruk – ein Industriemuseum, das einen Herrenhof, mehrere Verwaltungsgebäude, frühere Arbeiterwohnungen und Produktionsstätten umfasst. Auf der Insel Barrö kannst Du die älteste auf der Welt erhaltene Ölraffinerie besichtigen. In den Städtchen Norberg, Fagersta und in anderen Orten gibt es Teile des überregionalen Ekomuseum Bergslagen zu besichtigen. Wer von Museen genug hat, kann einfach die Landschaft genießen oder die Folgen des großen Waldbrandes von 2014 begutachten. Im Übrigen ist der Åmänningen ein beliebtes Anglergewässer.

Ziele südlich von Västerås: Tidö Slott, Eskilstuna, Hjälmaren

Wenn Du Västerås über die südliche Ausfallstraße verlässt, ist irgendwann das Schloss Tidö ausgeschildert, welches auf einer einsamen Landzunge am Ufer des Mälaren liegt. Es beherbergt seit einiger Zeit ein Spielzeugmuseum, gibt aber mit seinem verwunschenen Park ein schönes Fotomotiv ab. Das Schloss gehört zu den am besten bewahrten aus der Schwedischen Großmachtzeit und ist noch heute bewohnt. Im Sommer werden Besichtigungen der Prunkräume und -Säle angeboten. Es ist auch möglich, eine organisierte Jagd abzuhalten.

Västeras: Schloss Tidö

Eingangsportal und Hauptansicht von Schloss Tidö südlich von Västerås

Über die Reichsstraße 56 kannst Du den Mälaren überqueren und auf seine südliche Uferseite gelangen. Die hiesige Provinz heißt passenderweise: Södermanland – eine wald- und seenreiche Gegend zum Wandern, am besten auf dem Sörmlandsleden, und zwei Attraktionen: Mariefred mit Schloss Gripsholm. Und „Parken Zoo“ in Eskilstuna: Kinder werden sich über einen Besuch in dem Tierpark freuen. Neben zahlreichen Tiergehegen mit Lemuren, Leoparden, Affen, Flusspferden und Co. gibt es hier auch einen kleinen Vergnügungspark. Wer fußmüde ist, kann sich mit dem Zooexpress über das Areal fahren lassen.

Die Reichsstraße 56 führt weiter südlich zum Hjälmaren, Schwedens viertgrößtem See. Von der Stadt Arboga aus werden Bootstouren über die Kanäle zwischen Hjälmaren und Mälaren angeboten. Man kann aber auch direkt von Västerås starten. Beliebte Badeplätze am Hjälmaren sind das Astabad und Dimbobad. Am Nordufer gibt es in Herrfallet sogar einen FKK-Strand.

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