Schwedens schönste Städte & Orte – 20 Empfehlungen

Lilla Torget ist zwar eine schöne Ecke von Malmö - die Stadt gehört aber nicht zu den Top 20

Ich gebe zu, dass ich lange zu den Schwedenurlaubern gehörte, die der Natur und Landschaft wegen in den Norden reisen. Daran haben auch mehrere Stockholmaufenthalte – zunächst – nichts geändert. Auf den jüngsten Rundreisen und Kurztrips verschoben sich die Prioritäten jedoch zunehmend. Im Rückblick trugen zwei positive Überraschungen dazu bei: Zum einen die wunderbaren Eindrücke, die die Altstadt von Ystad bei mir hinterließ. Zum anderen die Feststellung, dass die Reiseführer über den besonderen Charme von Visby hundertprozentig Recht behielten! Die Schlussfolgerung daraus lautete, bei weiteren Schwedenreisen mehr Städten – und vor allem Kleinstädten – eine Chance zu geben. Um meine Begeisterung für schwedische Städte zu teilen, möchte ich Dir in diesem Beitrag zwanzig Schönheiten vorstellen. Darunter sind selbstredend Klassiker wie Visby und Lund, aber auch weniger bekannte Namen, die selbst in guten Schweden-Reiseführern vor einigen Jahren noch nicht vertreten waren.

Hintergrund: Wie kommt die Liste zu Stande?

Auf die Idee für diesen Beitrag bin, ehrlich gesagt, aus der umgekehrten Perspektive gekommen: Auslöser war eine Umfrage der Initiative „Arkitekturuppropet“ (auf Deutsch: Architekturaufruf), die in Schweden seit vielen Jahren gegen Betonklötze in Innenstädten kämpft. 2018 hat die Initiative ihre rund 44.000 Follower nach den hässlichsten Städten in Schweden befragt und damit einen Nerv bei mir getroffen. Tatsächlich habe ich auf meinen ersten großen Schweden-Rundreisen feststellen müssen, dass es viele unvorteilhaft gestaltete Innenstädte in Schweden gibt. Wenn man aufs Gratewohl durchs Land fährt, wird man einige von ihnen kennenlernen – und daran auch abstumpfen. Damit es bei Dir nicht so weit kommt, gebe ich Dir nachfolgend meine Empfehlungen an die Hand, die Bilder von grauen Betonvorstädten und sozialistisch anmutender Innenstadtarchitektur schnell vergessen machen!

Grundlage der Empfehlungen bilden die Ergebnisse einer weitere Umfrage von „Arkitekturuppropet“, nämlich jene nach Schwedens schönsten Städten. Sie wurde im Jahr 2017 durchgeführt und richtete sich wieder an die 44.000 Follower. Mehrere tausend von ihnen haben ihre Stimmen abgegeben. Ergänzend zu der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ habe ich weitere ähnliche Rankings berücksichtigt, darunter „Samhällsbarometern“ (2020) der Beraterfirma PE Teknik & Arkitektur sowie die Wertung „bäst att bo“ (auf Deutsch: „am besten, um dort zu wohnen“) des Magazins „Fokus“ (2018). Die fertige Liste umfasst zwanzig größere und kleinere Städte aus allen Landesteilen. Einige der Städte habe ich bereits selbst besucht, sodass ich meine persönliche Meinung beitragen kann. Bei anderen verlasse ich mich auf die verschiedenen Quellen. Beachte, dass die Liste kein Ranking darstellt, sondern in alphabetischer Reihenfolge sortiert ist. Die erstgenannte Stadt ist also nicht automatisch die allerschönste Schwedens. Von einem Ranking, wie es „Arkitekturuppropet“ vorgenommen haben, möchte ich bewusst Abstand nehmen, da man viele Städte allein auf Grund ihrer verschiedenen Größen nicht fair miteinander vergleichen kann.

Schwedische Städte, die Du gesehen haben solltest

Eksjö
Am Anfang kein großer Name, sondern gleich ein typisches Beispiel für eine der wenigen erhaltenen Holzstädte Schwedens. Gemeint sind damit Städte, deren Kern noch aus einer weitgehend geschlossenen Bebauung mit traditionellen Holzhäusern besteht, die vor 1900 errichtet wurden. Die alte Eksjö geht zurück auf die Jahre 1570 und 1857. Diese beiden Jahre markieren umfassende Baumaßnahmen – jeweils nach einem großen Stadtbrand. Zum Glück für Eksjö gab es nach 1857 keine weiteren. Und weil die Kleinstadt in Småland auch von der großen Abrisshysterie der 1950er bis 1970er Jahre verschont blieb, bietet sie heute ein wunderbares Gesamtbild: Über fünfzig Gebäude sind als Kulturdenkmäler ausgezeichnet. Zu den Vorzeige-Ensembles gehören „Aschanska gården“, „Krusagården“ und „Fornminnesgården“ mit ihren gut erhaltenen Interieuren und Exterieuren. Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ verpasste Eksjö übrigens nur knapp die Top 10!

Härnösand
In direkter Nachbarschaft zu Sundsvall gelegen, auf das ich weiter unten im Beitrag eingehe, gehört Härnösand zu den schönsten Städten Nordschwedens. Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ hat es eine Platzierung im Vorderfeld eingenommen. Ähnlich wie Eksjö bietet Härnösand noch viele Straßenzüge im Stile einer Holzstadt. Dazu kommen stattliche Steinhäuser, ein prächtiges Rathaus mit Säulenportal, eine stolze Domkirche sowie schöne Ein- und Ausblicke durch die malerische Lage an der Ostsee. Es lohnt sich auf jeden Fall, Härnösand einen Besuch abzustatten, wenn Du in der Region Ångermanland und an der Höga Kusten unterwegs bist. Auch Ostseekreuzfahrer, die in Sundsvall Station machen, sollten einen Ausflug in die kleine Nachbarstadt in Erwägung ziehen.

Schwedens schönste Städte: Helsingborg
Helsingborg profitiert von seiner Lage, aber auch von seiner Architektur (Bild in Lizenz von Kit Leong – stock.adobe.com)

Helsingborg
In der Umfrage „Samhällsbarometern“ belegte die Stadt am Öresund 2020 den ersten Platz: Demnach fanden 85% der befragten Helsingborger ihre Heimatstadt schön – so eindeutig war die Stimmungslage in keiner anderen Großstadt Schwedens! Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ verfehlte Helsingborg die Top 10 knapp. Die Stadt hat ihren Ruf in den letzten Jahren deutlich verbessert, obwohl die Neubauten im Bereich des Hafens stark an alte Bausünden der 1960er Jahre erinnern; Beispiele dafür sind die nüchternen Quader „Galleria Magnus Stenbock“, „Skandinaviska Banken“ sowie „Najaden“. Dennoch, die schönen Seiten überwiegen: Allein der Sandstrand im Zentrum und das mediterrane Flair rund um Schloss Sofiero verleihen Helsingborg einen ganz speziellen Charme. Im Stadtkern reihen sich – je nach Straßenzug – viele Fachwerk- und Jahrhundertwendehäuser aneinander. Leider ist vom mittelalterlichen Schloss nur der Turm „Kärnan“ geblieben, aber dieser Verlust ist zu verschmerzen. Wenn Du in Südschweden unterwegs bist, solltest Du keinen Bogen um Helsingborg machen. Am praktischsten ist es, einen Besuch in der Stadt mit der Fährüberfahrt von Helsingør zu verbinden.

Hjo
Am Ufer des Vätternsees gelegen, konkurriert die Kleinstadt Hjo seit eh und je mit bekannteren Namen wie Gränna und Vadstena um die Gunst von Tagesgästen – und kommt dabei etwas zu kurz weg. Völlig zu Unrecht, wie sich zeigt: Ihr Zentrum im Charakter einer Holzstadt der vorindustriellen Zeit umfasst etwa siebzig historische Gebäude, die sehr schön und intakt geblieben sind. Wäre die Stadt etwas größer, hätte sie bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ gut und gerne eine Top-10-Platzierung erreichen können. Falls Du den Weg nach Hjo auf Dich nimmst, solltest dennoch etwas Zeit einplanen. Neben der Holzstadt gibt es weitere Sehenswürdigkeiten wie den Stadtpark, der auf einen Kurpark des 19. Jahrhunderts zurückgeht, die Dampfschifffahrt auf dem Vättern, die Strandpromenade sowie die Ausstellungen im „Kulturkvarteret Pedagogien“.

Schönste Städte: Kalmar
Unbestrittene Schönheit an Schwedens Ostküste: Kalmar bei Öland

Kalmar
Die Stadt in Småland ist alt und geschichtsträchtig. Sie wurde bereits im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert war sie namensgebend für ein (einmaliges) Bündnis zwischen Schweden, Norwegen und Dänemark – die Kalmarer Union. Dass sich die Stadt einen Teil ihrer Geschichte bewahrt hat, ist heute ein Glücksfall. Und das Glück spielte dabei auch mit: Denn beinahe wären die ältesten Gebäude aus dem 17. Jahrhundert der schwedischen Abrisshysterie der 1950er Jahre zum Opfer gefallen. Ausschlaggebend für eine vordere Platzierung bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ sind das geschlossene Ensemble rund um Stora Torget mit dem barocken Dom, das schöne große Renaissanceschloss mit Burggraben sowie der gut erhaltene Stadtkern mit Holz- und Steinhäusern und gut darin integrierten Neubauten.

Eine weitere Besonderheit Kalmars stellen die erhaltenen Stadttore sowie die erhaltenen Reste der historischen Stadtmauer dar. Dies ist in schwedischen Städten selten! Hinzu kommt die freizeitfreundliche Lage am Kalmarsund, der das Festland nur als schmale Wasserlinie von der Insel Öland trennt. Nicht umsonst erreichte die Stadt auch eine Top-10-Platzierung bei der Wertung „bäst att bo“. Ich persönlich verbinde mit Kalmar zwei entspannte Nachmittage mit Stadtbummel, einmal im Jahr 1992, ein zweites Mal im Jahr 2001. 2009 blieb auf der Fahrt zur Gotland-Fähre leider keine Zeit für einen Zwischenstopp. Diesen Fehler solltest Du nicht begehen – plane für Kalmar und Karlskrona jeweils einen Tag ein!

Karlskrona
Eine gute Autostunde südwestlich von Kalmar liegt die Welterbestadt Karlskrona am Schärengarten von Blekinge. Sie verdankt ihre Auszeichnung dem außerordentlich gut bewahrten Stadtbild als Marinestützpunkt (auf Schwedisch: örlogstad). Zum Welterbe im engeren Sinne gehören die ehemaligen Werften und Verteidigungsanlagen in und außerhalb der Stadt sowie ausgewählte Gebäude wie z.B. die Admiralitätskirche, als größte Holzkirche Schwedens. Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ erreichte Karlskrona fast einen Treppchenplatz, obwohl es aus meiner Sicht keine besonders hübschen Gässchen oder Promenaden aufweist. Es ist eher der Gesamteindruck, der überzeugt. In Erinnerung bleiben dem Besucher – neben der Innenstadt – vor allem die schönen Ausblicke auf das Meer und die vorgelagerten Inselchen. Ich habe mich an die Westküste Schwedens oder an die Stockholmer Schären erinnert gefühlt.

Landskrona
Die Kleinstadt am Öresund liegt praktischerweise zwischen den Schönheiten Lund und Helsingborg. Sie wurde im 15. Jahrhundert mit dem Vorsatz ausgebaut, die Hauptstadt der Kalmarer Union zu werden. Später gestalteten sie verschiedene schwedische Herrscher zur Festungsstadt um. Im 18. Jahrhundert musste der mittelalterliche Stadtkern weitgehend weichen. Er wurde durch einen neueren im französisch-klassizistischen Stil ersetzt, der noch heute den Charme des Städtchens ausmacht; insbesondere am Rathausplatz, in der Gamla Kyrkogatan und am Selma Lagerlöfs väg. Auf die frühe Neuzeit geht auch die markante Zitadelle zurück, welche den Beinamen „Schloss Landskrona“ trägt. Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ verpasste Landskrona die Top 10 knapp. Vorteilhaft für dieses Ergebnis sind neben dem schönen Stadtbild sicher auch die Nähe zur Fahrrad- und Ausflugsinsel Ven sowie kulturelle Einrichtungen wie das Landskrona museum, das Hajiska huset – als früheres Wohnhaus von Selma Lagerlöf – und schließlich die beeindruckende Sofia-Albertina-Kirche.

Schwedens schönste Städte: Lund
Altstadtromantik in Lund (Bild in Lizenz von Adrian – stock.adobe.com)

Lund
In der Umfrage „Samhällsbarometern“ belegte die Stadt 2020 den dritten Treppchenplatz: Demnach fanden 84% der Befragten aus Lund ihre Heimatstadt schön. Ein vergleichbares Ergebnis erzielte Lund in der Umfrage von „Arkitekturuppropet“. Nach Argumenten für diese guten Bewertungen muss man nicht lange suchen: Die 1000-jährige Geschichte der Stadt hat nicht nur Spuren hinterlassen, sondern ist tatsächlich noch nacherlebbar – angefangen beim stattlichen Dom, dessen Ursprung ins 12. Jahrhundert zurückreicht, über die Klosterkirche St. Peter, das Liberiet, die Giebelhäuser Krognoshuset und Stäket, die Fachwerkkomplexe Bergmanska huset und Wickmanska gården bis hin zum Universitätshauptgebäude.

Als Universitätsstadt wird Lund gerne in einem Atemzug mit Uppsala genannt, wo die einzige (noch) ältere Uni Schwedens steht. Was das Stadtbild um die Uni herum betrifft, hat Lund jedoch deutlich die Nase vorn. Es gibt einfach mehr Altstadt im klassischen Sinne, mit Fachwerkhäusern, Kopfsteinpflastergassen und stimmungsvollen Plätzen wie Mårtenstorget und Stortorget. Dazu kommen ein reiches kulturelles Angebot, gemütliche Cafés und großstädtische Szeneläden. Was will man mehr? – Dass den Lundern dennoch ein kleiner Minderwertigkeitskomplex nachgesagt wird, liegt wahrscheinlich daran, dass ihre Stadt weder am Meer, noch an einem großen Fluss oder See liegt. Aufgewogen wird dieser Nachteil aus meiner Sicht durch die Nähe zu anderen attraktiven Städen wie Malmö, Helsingborg und Landskrona.

Nora
Die Kleinstadt in der Region Västmanland ist so etwas wie ein „hidden champion“. In der früheren Bergarbeitergegend Bergslagen gibt es jedenfalls weit und breit nichts Vergleichbares und ich muss gestehen, dass ich nichts ahnend mehrmals an der hübschen Stadt vorbei gefahren bin! In der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ erreichte Nora die Top 10 und übertraf damit die beiden anderen Holzstädte Eksjö und Hjo. Den Vorsprung verdankt es vielleicht seinem Marktplatz, der noch komplett im Stile einer vorindustriellen Holzstadt bebaut ist und zu den schönsten Schwedens gehört. Ein weiteres Highlight stellt Göthlinska gården dar. Das Bürgerhaus aus dem späten 19. Jahrhundert beherbergt heute ein Museum, in dem Familienandenken der Göthlins ebenso ausgestellt sind wie Möbel, Spielsachen und Ziergegenstände die auf das 17. Jahrhundert zurückgehen. Im Kontrast dazu lässt das Quartier „Bryggeriet“ die frühe Industriegeschichte Noras wiederaufleben. Hier gibt es heute neben zwei Mikrobrauereien und einem Café auch Kunsthandwerker und Kunstausstellungen. Ebenfalls auf das 19. Jahrhundert geht die Bahnverbindung nach Järle zurück, welche heute zeitweilig als Museumsbahn reaktiviert wird. Die genauen Termine kündigt der Betreiber, Nora Bergslags Veteranjärnväg, rechtzeitig an.

Schönste Städte: Norrköping
Wahrzeichen von Norrköping: das Museum der Arbeit (Bild in Lizenz von dudlajzov – stock.adobe.com)

Norrköping
Auf meiner ersten Reise durch Schweden habe ich – damals noch mit meinen Eltern – auch einen halben Tag in Norrköping verbracht. Wir übernachteten in dem Hotel, das die deutsche Nationalmannschaft ein paar Wochen später zur Europameisterschaft in Schweden gebucht hatte. (Norrköping war damals Spielstätte in der Vorrunde.) Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mich damals in der Stadt wohlgefühlt. In Erinnerung blieben herausgeputzte Backsteinbauten, Einkaufsstraßen mit Straßenbahnschienen und ringsum viel Wasser – der Motala ström durchfließt Norrköping einmal von West nach Ost. In der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ sprang für die Stadt ein Top 10-Ergebnis heraus, obwohl sie stark von der Abrisshysterie der 1960er bis 1980er Jahre betroffen war. Ihre Pluspunkte sammelt sie vor allem mithilfe der erhaltenen Industrielandschaft, die wirklich bis zu den Anfängen der Industrialisierung im 18. Jahrhundert zurückreicht. In ihrem Ausmaß, ihrer Verwurzelung in zentralen Stadtteilen und ihrem Erhaltungszustand ist sie in Schweden einzigartig. Kulturelle Einrichtungen wie das Arbetets museum (auf Deutsch: Museum der Arbeit), das Stadtmuseum, das „Visualiseringscenter C“, „Cnema“ sowie „Norrköpings Science Center“ haben darin ihren Platz gefunden. Der angrenzende Stadtteil Knäppingsborg eignet sich zum Shoppen, Bummeln und um kulinarischen Genüssen nachzugehen.

Sollefteå
Die Kleinstadt in der Region Ångermanland liegt unweit von Härnösand und etwa zwei Autostunden von Sundsvall entfernt. In der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ hat sie viele bekanntere Städte hinter sich gelassen, auch wenn es am Ende nicht für die Top 10 gereicht hat. Viele Schweden kennen Sollefteå wegen seines Hausbergs, Hallstabacken, auf dem es neben Skisprungschanzen und einer Biathlonanlage auch Langlauf- und Abfahrtsstrecken gibt. Ein zweiter Anziehungspunkt für Tourismus ist der Risön Campingplatz, zu dem neben einem Schwimmbad zahlreiche Freizeiteinrichtungen gehören. Der Stadtkern ist relativ unspektakulär und liegt am Südufer des Ångermanälven. Er erstreckt sich hauptsächlich links und rechts der Storgatan, welche hier und da von einigen hübschen historischen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert aufgewertet wird. Das „Apotekshuset“ sticht hier ebenso hervor wie „Hemslöjdshuset“ und „Småföretagarnas hus“. Besonderen Stolz hegen die Sollefteåer auf ihr altes Gerichtsgebäude „Gamla Tingshus“, das im Stile der Nationalromantik Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Fährt man den Riksväg 90 am Ångermanälv hinauf, folgen mehrere Ausflugsziele aufeinander, darunter die Felsritzungen von Nämforsen.

Söderköping
Die Kleinstadt in der Region Östergötland liegt am Göta-Kanal und beeindruckt mit einer der am besten erhaltenen Altstädte Schwedens. In ihr spiegeln sich verschiedene Epochen der Stadtgeschichte wider: Zunächst ein mittelalterliches Machtzentrum, verlor es im 18. Jahrhundert an Bedeutung und erlebte nach Fertigstellung des Kanals eine neue Blüte als Kurort. Aus dieser Blütezeit stammen viele der stattlichen Häuser rund um Storgatan, St.-Laurentii-Kirche und Söderköpings brunn. Daneben sind auch noch einige Holzhäuser aus dem Mittelalter erhalten, insbesondere im Viertel „Drothemskvarteren“. Vom Hausberg Ramunderberget kannst Du Söderköping als Gesamtkunstwerk bestaunen.

Stockholm
Während die Hauptstadt bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ nicht gewertet wurde, weil sie laut der Veranstalter von vornherein als Siegerin festgestanden hätte, belegte sie bei der Umfrage „Samhällsbarometern“ 2020 nur den zweiten Platz: Demnach fanden lediglich 84% der Stockholmer ihre Heimatstadt schön. Wenn Sie einen Malus gegenüber den anderen Städten in dieser Liste hat, dann ist es wahrscheinlich ihre schiere Größe. So gibt es in Stockholm neben vielen wunderbaren Ecken natürlich auch einige typisch großstädtische Szenerien mit viel Beton und wenig Grün. Dennoch ist klar: Es reicht kein Wochenendtrip aus, um alle Highlights der Stadt zu sehen und zu erleben! Auf der Übersichtsseite zu den Stockholmer Sehenswürdigkeiten erfährst Du, woran das liegt und wie Du die Stadt von ihren schönen Seiten kennenlernst. Außerdem kannst Du Dir in der Bildergalerie zur Stockholmer Altstadt und den umliegenden Inseln einen ersten Eindruck verschaffen.

Schönste Städte: Sundsvall
Sundsvall ist mit ihren prächtigen Steinhäusern eine der schönsten Städte Schwedens (Bild in Lizenz von vli86 – stock.adobe.com)

Sundsvall
Die Stadt in der Region Medelpad war lange Zeit kein Touristenziel. Dies hatte aber weniger mit ihr selbst, sondern eher mit ihrer geografischen Lage zu tun: Sie ist einfach viel zu weit von den Urlaubsregionen im schwedischen Fjäll entfernt, während sich für die Bottnische Meeresküste, an der Sundsvall eine zentrale Hafenstadt ist, eher kaum jemand interessierte. Dies änderte sich im Jahr 2000 nachhaltig: Damals erlangte Höga Kusten (auf Deutsch: die Hohe Küste) den Welterbestatus. Der Küstenabschnitt liegt nur zwei Autostunden nördlich von Sundsvall und entwickelt sich seitdem zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Aktivurlauber – auch aus Mitteleuropa.

Dass mittlerweile sogar Kreuzfahrtschiffe in Sundsvall Station machen, liegt aber nicht nur an Höga Kusten, sondern auch daran, dass sich ihre Schönheit herumgesprochen hat. Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ belegte Sundsvall den ersten Platz. Das Schlüsselwort für diesen Erfolg ist „Stenstan“ (auf Deutsch: die Steinstadt): Diesen Zweitnamen bekam Sundsvall, weil ihr Stadtkern 1888 nach einem großen Stadtbrand mit Steinhäusern wiederaufgebaut wurde. Dazu wurden die besten Architekten aus Stockholm engagiert. Wer heute ihre Storgatan oder Kyrkogatan entlang promeniert, könnte auf den Gedanken kommen, sich in Östermalm zu befinden. Genau genommen ist Sundsvall aber schöner als dieser Stockholmer Stadtteil, denn es kommen ja noch weitere Attraktionen hinzu: das Freilichtmuseum Norra Berget, die Gustav-Adolf-Kirche, Schloss Merlo sowie die kleine Bootshäfen auf der vorgelagerten Insel Alnö.

Trosa
Die Kleinstadt in der Region Södermanland liegt auf dem Weg von Norrköping nach Stockholm. Bei der Umfrage „Arkitekturuppropet“ erreichte Trosa das Vorderfeld. Vielleicht hätte es mit einer besseren Platzierung geklappt, wenn es bekannter wäre? – Trosa mit Holzstädten wie Nora zu vergleichen, wäre zu kurz gegriffen, denn es strahlt nicht unbedingt den Charme des mittelalterlichen Schwedens aus. Man könnte eher von einem ländlichen Sommeridyll sprechen: Ihre Holzarchitektur geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als Gutbetuchte aus nah und fern ihre Sommersitze hierher verlegten. Die meisten davon konzentrieren sich entlang des Flüsschens Trosaån, der im Stadtkern akkurat eingefasst ist und an den Göta-Kanal erinnert. Zumindest wimmelt es hier von kleinen Booten, mit denen die Bewohner ohne große Anstrengung bis zum Gästehafen und in die Schären gelangen können. Fans der Inga-Lindström-Filmreihe werden Trosa vielleicht wiedererkennen, denn es wurden bereits viele Szenen hier gedreht – nicht nur am Kanal, sondern auch im Zentrum, am Rathaus, am „Marsipangården“, am Stadthotel usw.

Uppsala
Die Universitätsstadt in der Region Uppland, nördlich von Stockholm, ist eine gelungene Mischung aus imposanten Gebäuden, schön angelegten Parks, gemütlichen Ecken und kulturellen Einrichtungen mit langer Tradition. Wer eine hübsche geschlossene Altstadt erwartet – wie beispielsweise in Lund – wird dagegen enttäuscht. In den 1960er Jahren wurden weite Teile des historischen Stadtkerns von Uppsala umgestaltet, mit anderen Worten: verschlimmbessert. Nach einer Stippvisite in der prächtigen Domkirche und der umliegenden Altstadt, solltest Du unbedingt ein Stück am Fyrisån entlangspazieren, denn hier trifft man noch auf gut erhaltene Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Weitere schöne Eindrücke kannst Du im Bereich des Universitätshauptgebäudes und des Schlosses sammeln. In einer meiner Bildergalerien habe ich einen Stadtrundgang durch Uppsala dokumentiert. Zu empfehlen ist auch eine Schiffsfahrt bis zum Schloss Skokloster, das außerhalb der Stadt liegt.

Vadstena
Die Kleinstadt in der Region Östergötland ist ein klassisches Ausflugsziel am Vättern. Sie entstand im 14. Jahrhundert und hat sich viel von ihren mittelalterlichen Charme bewahrt. Etwa zwanzig Gebäude aus ihrer Anfangszeit sind heute noch zu bewundern. Dazu kommen viele Holzhäuser aus späteren Zeiten, die Klosteranlage Vadstena mit Klosterkirche und das Schloss Vadstena westlich der Altstadt, in dem einst der Herzog Magnus, als Sohn Gustav Wasas, residierte. Bei der Umfrage „Arkitekturuppropet“ sprang für Vadstena ein Top-10-Ergebnis heraus, weil das schmucke Stadtbild in Schweden seinesgleichen sucht. Hinzu kommt die schöne Lage mit sandigen Badestellen am See und dem Aussichtsberg Omberg mit seiner reichen Flora, lauschigen Wanderwegen und verwunschenen Plätzen wie an der Klosterruine Alvastra.

Schönste Städte: Varberg
Varberg ist nicht nur wegen seines Kaltbadehauses ein Anziehungspunkt an der Westküste (Bild in Lizenz von hogis – stock.adobe.com)

Varberg
Richtige Seebäder mit Jahrhundertwendecharme, wie man sie von der deutschen Ostseeküste kennt, gibt es in Schweden nicht. Der schwedische Gegenentwurf hat einen Namen: Varberg. Die Kleinstadt in der Region Halland liegt direkt am Kattegat. An ihrer Uferpromenade findest Du mittelalterliche Architektur ebenso wie feinsten Jugendstil. Du musst dazu nur von der mächtigen Festung zum schmucken Kaltbadehaus spazieren. Ein weiterer Blickfang: der weiße Holzbau „Societshus“, der Ende des 19. Jahrhunderts für die Kurgäste Varbergs erbaut wurde. Im Zentrum der Stadt befindet sich einer der größten Marktplätze Schwedens, von dem im Rechteckmuster kleine Einkaufsstraßen abzweigen. Im gesamten Stadtkern findet man noch viele gut erhaltene Holzhäuser wie „Rylanderska gården“, „Hayska huset“ sowie repräsentative Bauten aus dem 19. Jahrhundert wie das Theater, „Tullkammaren“, „Hamnmagasinet“ und „Adamssonska huset“. Nach einem Stadtrundgang kannst Du am Sandstrand von Apelviken entspannen und die Windsurfer beobachten.

Visby
Die Welterbestadt auf der Insel Gotland belegt bei allen Umfragen zu Schwedens schönster Stadt einen vorderen Rang, so auch bei „Arkitekturuppropet“. Ob es unbedingt ein Treppchenplatz sein muss, darüber lässt sich streiten. Der Stadtkern von Visby ist jedenfalls nicht groß, da er innerhalb der erhaltenen Stadtmauer liegt. Die moderne Stadt außerhalb der Mauer kann man getrost außer Acht lassen. Sie entstand erst im Laufe des 19. Jahrhunderts und wurde seit den 1980er Jahren noch einmal deutlich ausgedehnt. Die Altstadt geht zurück auf das frühe Mittelalter. Während ihrer Zeit als Hansestadt erlebte Visby seine Blütezeit. Der Reichtum der Händler und Seefahrer zeichnet sich noch heute in vielen Gebäuden ab – aber auch in den vielen Kirchenruinen. Als der Wohlstand abnahm, konnten nämlich nur noch wenige der ursprünglich 29 Gotteshäuser erhalten werden – im Grunde nur die Hauptkirche St. Maria, welche auch als Domkirche fungiert.

Schönste Städte: Visby
Visby gehört dank seines mittelalterlichen Stadtkerns zu den ultimativen Empfehlungen

Zu den schönsten Gebäuden in der Altstadt zählen die mittelalterlichen Giebelhäuser „Liljehornska huset“, „Gutekällaren“ und „Visby börs“ sowie die Fachwerkhäuser „Burmeirska huset“ und „Agrellska gården“. Man muss jedoch kein Auge für architektonische Schätze haben, um Visby genießen zu können. Die Stadt entfaltet ihre Wirkung auch bei einem entspannten Spaziergang durch ihre verwinkelten Gassen, einem Café auf einer Aussichtsterrasse und einem Eis am alten Hafen. Um den Aufenthalt in Visby abzurunden, empfehle ich einen Abstecher zum Aussichtspunkt „Högklint“ auf der Steilküste südlich der Stadt.

Ystad
Die Kleinstadt in Schonen wurde durch die Krimireihe „Kommissar Wallander“ weltberühmt, in der jedoch mit keiner Silbe die Schönheit ihrer Altstadt erwähnt wird. Als ich Ystad 2009 wegen der Filmstudios besuchte, war ich von der Idylle rund um die St.-Maria-Kirche und das Kloster aus dem 13. Jahrhundert völlig überrascht. Spontan wurde der Aufenthalt um einen Tag verlängert! Ähnlich wie Visby lockt auch Ystad mit verträumten Gässchen und geschlossenen Häuserzeilen mit mittelalterlichem Charme. Rund dreihundert Fachwerkhäuser soll es in der Altstadt noch geben. Und dazwischen grünt und blüht es im Sommer an vielen Ecken. Die schönsten Fotomotive bieten sich auf dem Marktplatz, in der Gasse Åfåran, am „Brahehus“, am „Apoteksgården“, am „Per Hälsas gård“ und am Theater. Bei der Umfrage von „Arkitekturuppropet“ verpasst Ystad nur knapp einen Treppchenplatz. Zu Unrecht, wie ich finde!

Tipp: Individuelle Rundreise durch alle schönsten Städte

Damit schließe ich meine Empfehlungsliste und hoffe, dass Du Anregungen für Deine Reiseplanung daraus ziehen kannst. Falls Du die zwanzig Städte auf einer Schweden-Rundreise besuchen möchtest, ist das in einem Reisezeitraum von zwei bis drei Wochen durchaus möglich. Eine Route, die alle Städte miteinander kombiniert, könnte wie folgt aussehen:

    Anreise über Öresundbrücke – Malmö – Lund – Landskrona – Helsingborg – Varberg – Eksjö – Hjo – Vadstena – Söderköping – Trosa – Nora – Sundsvall – Sollefteå – Härnösand – Uppsala – Stockholm – Visby – Kalmar – Karlskrona – Ystad – Rückreise per Schwedenfähre

Übrigens: Man könnte sich auf der Route auch den „Spaß“ gönnen, einige der hässlichsten Städte Schwedens zu besuchen, darunter Borlänge, Sandviken, Solna und Södertälje – sozusagen als Kontrastprogramm.

Soweit der Überblick und nun bist Du gefragt: Fehlen aus Deiner Sicht noch Städte in meiner Liste? Oder hast Du Anmerkungen zu meinen Empfehlungen? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar! Ich bin gespannt.

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